biblographische Arbeit in der Geriatrie, Wired Cooker®

Der Wired Cooker® in der geriatrischen Tagespflege – Kochen als bibliografischer Arbeit

Beispiel: italienische Minestrone

Eine italienische Minestrone eignet sich hervorragend für die geriatrische Tagesklinik: Sie bringt durch das bunte Gemüse Farbe auf den Teller, liefert wertvolle Vitamine und schmeckt wunderbar aromatisch.

Damit sie für ältere Menschen perfekt bekömmlich und sicher zu schlucken ist, nutzen wir feine Suppennudeln statt großer Pasta und schneiden das Gemüse in sehr kleine, weiche Würfel.

Die weißen Bohnenein Muss für eine echte Minestronewerden am Ende leicht zerdrückt, um die Suppe natürlich zu binden, ohne dass harte Schalen stören.

Zutaten für den 2-Liter-Topf

  • 100 g Zucchini (sehr klein gewürfelt)
  • 1 Karotte (sehr klein gewürfelt)
  • 1 Stück Knollensellerie (ca. 50 g, extrem fein gewürfelt)
  • 1 kleine Zwiebel & 1 Knoblauchzehe (beides ganz fein gehackt)
  • 1 Dose (400 g) stückige Tomaten (feine Pizzatomaten)
  • 1 kleine Dose (200 g) weiße Bohnen (Cannellini- oder Erbsbohnen, gründlich abgespült)
  • 50 g sehr feine Suppennudeln (z. B. Risoni/Kritharaki in Reiskornform oder feine Fadenndudeln)
  • 600 ml milde Gemüsebrühe
  • 1 TL italienische Kräuter (getrockneter Oregano, Thymian und Basilikum)
  • 1 EL Olivenöl zum Andünsten
  • Zum Servieren: Etwas fein geriebener Parmesan (für den herzhaften „Umami“-Geschmack, der im Alter den Appetit anregt)

Schritt 1: Das Aroma-Fundament (Soffritto)

  • Ziel-Temperatur (Boden): 130 °C
  • Zeit: 8 Minuten
  • Ablauf: Olivenöl im Topf erwärmen. Zwiebeln, Knoblauch, Karotten und Sellerie hinzugeben. Sanft andünsten, bis die Zwiebeln glasig sind und das Gemüse weich wird (keine harte Kruste bilden lassen).

Schritt 2: Das schonende Langzeit-Garen

  • Ziel-Temperatur (Bad/Produkt): 98 °C
  • Zeit: 3,5 bis 4 Stunden
  • Ablauf: Zucchini, die stückigen Tomaten, die Gemüsebrühe und die italienischen Kräuter in den Topf geben. Deckel schließen. Durch das langsame Simmern knapp unter dem Siedepunkt wird das Gemüse wunderbar mürbe und die Tomatensoße verliert ihre Säure.

Schritt 3: Sämigkeit & Pasta-Finale

  • Ziel-Temperatur: 98 °C (halten)
  • Zeit: 15 Minuten
  • Ablauf: Die abgetropften weißen Bohnen mit einer Gabel auf einem Teller leicht anquetschen (so binden sie die Suppe und sind leichter zu kauen) und zusammen mit den feinen Suppennudeln in den Topf rühren. Nach ca. 12–15 Minuten ist die Pasta perfekt weich.

Schritt 4: Warmhalten

  • Ziel-Temperatur: 72 °C
  • Zeit: Flexibel bis zum Servieren.
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  • Aktivierung der Sinne: Der Duft von mediterranen Kräutern und Knoblauch regt den Speichelfluss an und weckt oft Erinnerungen an frühere Italien-Urlaube.
  • Schluck-Sicherheit: Die reiskorngroßen Risoni-Nudeln rutschen zusammen mit dem weichen Gemüse und der sämigen Tomatenbrühe optimal und sicher und verhindern ein separates „Verschlucken“ an dünner Flüssigkeit. Vor dem Servieren einfach mit einer Prise Parmesan abrunden.

Düfte wie geschmorte Zwiebeln, Majoran oder Muskatnuss überwinden oft kognitive Barrieren und aktivieren tiefe, emotionale Erinnerungen.

Hier ist ein praxisnahes Konzept zur biografischen Aktivierung, aufgeteilt nach den drei Phasen des Kochens mit dem Wired Cooker®:

Wenn die Zwiebeln, der Speck oder das Suppengrün bei 130 °C im Wired Cooker® angeschwitzt werden, füllt sich der Raum mit dem typischen Küchenduft.

  • Impulsfragen für die Runde:
    • „Riechen Sie das? Wonach duftet das für Sie?“
    • „Wer von Ihnen musste früher zu Hause auch immer die Zwiebeln schneiden – und gab es dabei auch Tränen?“
    • „Ging es bei Ihnen zu Hause samstags auch immer so deftig zu?“
  • Sensorische Aktivierung: Lassen Sie die Patienten (sofern motorisch möglich) an frischem Suppengrün riechen, eine ungeschälte Kartoffel in die Hand nehmen (Tastgefühl) oder das Lorbeerblatt zwischen den Fingern reiben.

Der Wired Cooker® arbeitet nun autark für 4–5 Stunden bei 98 °C. Das ist die perfekte, entspannte Zeit für eine gemütliche Erzähl- oder Kaffeerunde am Tisch, da nichts beaufsichtigt werden muss.

  • Thema „Die Gulaschkanone & Feldküche“:
    • „Haben Sie früher mal eine echte Gulaschkanone erlebt? Vielleicht beim Volksfest, beim DRK oder beim Militär?“
    • „Was gab es dort immer? War die Erbsensuppe da auch so dick, dass der Löffel drin stehen blieb?“
  • Thema „Eintopf-Traditionen“:
    • „Welcher Eintopf war Ihr absoluter Lieblings-Eintopf in der Kindheit?“
    • „Gab es bei Ihnen den klassischen ‚Eintopf-Samstag‘? Was wurde freitags eingekauft?“
    • „Wie hat Ihre Mutter die Suppe sämig gemacht? Gab es da auch geheime Tricks?“
  • Thema „Mangelzeit & Wohlstand“:
    • „Kartoffeln waren früher Grundnahrungsmittel. Können Sie sich noch an Zeiten erinnern, in denen man improvisieren musste? Was wurde aus Kartoffelschalen oder Resten gezaubert?“

Das Essen wird bei 72 °C warmgehalten und gemeinsam verkostet. Hier steht der Genuss und das Gemeinschaftsgefühl im Vordergrund.

  • Impulsfragen & Rituale:
    • „Schmeckt es so, wie Sie es von früher kennen? Was fehlt oder was ist anders?“
    • „Früher wurde vor dem Essen oft gebetet oder ein Spruch aufgesagt. Kennt noch jemand einen Tischspruch von damals?“ (z. B. „Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb…“ oder traditionelle Haussegen).
  • Biografisches Lob: Heben Sie die Unterstützung der Patienten hervor: „Frau Müller hat heute die perfekte Prise Muskatnuss empfohlen – genau das hat dem Kartoffeltopf noch gefehlt!“ Das stärkt das Selbstwertgefühl und die Selbstwirksamkeit im Alter enorm.

Nutzen Sie die Erzählungen der Patienten für die Pflegedokumentation. Wenn Herr X. plötzlich lebhaft von seiner Zeit beim Roten Kreuz erzählt oder Frau Y. das Rezept ihrer Großmutter rezitiert, sind das wertvolle Ressourcen für die kognitive und emotionale Aktivierung, die Sie im Bericht festhalten können.

Hier ist ein praktisches Aktivierungsblatt mit traditionellen Liedern, Reimen und Sprüchen rund um das Thema Kochen, Essen und Geselligkeit. Diese Klassiker sind tief im Langzeitgedächtnis verankert und eignen sich perfekt, um die Wartezeit während des Simmerns spielerisch und musikalisch zu überbrücken.

Für die biografische Runde in der Tagesklinik

(Tipp: Singen Sie die erste Zeile an und lassen Sie die Patienten die nächste Zeile ergänzen oder mitsingen. Das Rhythmusgefühl bleibt oft bis ins hohe Alter erhalten.)

🥣 Backe, backe Kuchen

„Backe, backe Kuchen,
der Bäcker hat gerufen!
Wer will guten Kuchen backen,
der muss haben sieben Sachen:
Eier und Schmalz, Butter und Salz,
Milch und Mehl, Safran macht den Kuchen gehl!

schieb, schieb in den Ofen rein!“

  • Gesprächsimpuls danach: „Haben Sie früher auch noch Safran zum Färben benutzt, oder gab es das nur zu ganz besonderen Festen?“

🌲 Das Wandern ist des Müllers Lust

(Schafft den Bogen vom Korn zum Mehl und Brot)

„Das Wandern ist des Müllers Lust,
das Wandern!
Das muss ein schlechter Müller sein,
dem niemals fiel das Wandern ein,
das Wandern!“

🧺 Sabinchen war ein Frauenzimmer

(Ein sehr bekanntes, humorvolles Küchenlied/Moritat, das früher oft bei der Hausarbeit gesungen wurde)

„Sabinchen war ein Frauenzimmer,
gar hold und tugendhaft.
Sie diente treu und redlich immer
bei einer Dienstherrschaft.
Da kam aus Treuenbrietzen
ein junger Mann daher,
der wollte gern Sabinchen besitzen
und war ein Schuhmacher.

Viele ältere Menschen sind mit einem festen Ritual vor dem Essen aufgewachsen. Das gemeinsame Aufsagen spendet Struktur und Vertrautheit.

Der Klassiker (christlich)

„Komm, Herr Jesus, sei unser Gast,
und segne, was du uns bescheret hast. Amen.“

Der humorvolle Familienspruch

„Piep, piep, piep,
wir haben uns alle lieb.
Jeder esse, was er kann,
nur nicht seinen Nebenmann.
Und wir nehmen’s ganz genau:
Guten Appetit, Herr und Frau!“

Für die Wertschätzung der Gaben

„Alle guten Gaben,
alles, was wir haben,
kommt, o Gott, von dir.
Dank sei dir dafür!“

(Ein wunderbares Gedächtnistraining. Sie lesen den Anfang vor, die Runde ruft das fehlende Wort im Chor.)

  • Viele Köche verderben den… Brei.
  • Hunger ist der beste… Koch.
  • Es wird nichts so heiß gegessen, wie es… gekocht wird.
  • Liebe geht durch den… Magen.
  • Salz und Brot macht die Wangen… rot.
  • Der Apfel fällt nicht weit vom… Stamm.
  • Man soll den Tag nicht vor dem… Abend loben.
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💡 Praxis-Tipp für die Durchführung

Setzen Sie kein starres „Programm“ um. Wenn die Patienten bei einem Lied anfangen, von ihrer eigenen Konfirmation, der harten Nachkriegszeit oder dem ersten selbstgebackenen Brot zu erzählen, brechen Sie das Singen ruhig ab.

Dr. Hans-Ulrich Jabs, MD, PhD, MACP-ASIM
Independent Research • Internal Medicine • Geriatrics • Dermatology • Biochemistry • Longevity-Coherence Researcher • Medical Advisor.
©2026, Dr. HU Jabs, SDG.