Die Zusammensetzung von Nierensteinen (medizinisch: Nephrolithiasis) ist unterschiedlich, hängt aber stark mit Ernährung, Flüssigkeitszufuhr, genetischer Veranlagung und Stoffwechselstörungen zusammen.
Die fünf häufigsten Steinarten sind:
🔬 1. Kalziumoxalat-Steine (~75–80%)
- Häufigste Form weltweit
- Entstehen bei Übersättigung von Kalzium & Oxalat im Urin
- Risikofaktoren: Oxalatreiche Ernährung (z. B. Spinat, Rhabarber), Vitamin-C-Überkonsum, Dehydrierung, chronischer Durchfall
🧪 2. Kalziumphosphat-Steine (~5–10%)
- Können sich bei alkalischem Urin (hoher pH-Wert) bilden
- Häufig bei Störungen des Säure-Basen-Haushalts, z. B. renale tubuläre Azidose
🧫 3. Struvit-Steine (Magnesium-Ammonium-Phosphat, ~10%) - Entstehen bei Harnwegsinfektionen mit ureasebildenden Bakterien (z. B. Proteus)
- Bilden große, verzweigte Steine (Staghorn-Steine)
- Treten häufiger bei Frauen auf
🧬 4. Harnsäuresteine (~5–10%) - Bilden sich bei sauren Urin-pH-Werten
- Häufig bei Gicht, hohem Fleischkonsum, Chemotherapie oder Fasten
- Können bei pH-Anhebung durch Alkalisierung des Urins (z. B. Natriumcitrat) aufgelöst werden
🧪 5. Cystinsteine (<1%) - Seltene, genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung: Cystinurie
- Cystin ist schlecht löslich → fällt bei Übersättigung im Urin aus
- Treten oft im Kindes- oder Jugendalter auf
📊 Zusammenfassung nach Häufigkeit:
| Steinart | Hauptbestandteile | Häufigkeit |
| Kalziumoxalat | Kalzium + Oxalat | ~75–80% |
| Struvit | Magnesium + Ammonium + Phosphat | ~10% |
| Harnsäure | Harnsäure | ~5–10% |
| Kalziumphosphat | Kalzium + Phosphat | ~5–10% |
| Cystin | Cystin (Aminosäure) | <1% (selten) |




Dr. Hans-Ulrich Jabs, MD, PhD, MACP-ASIM,
Facharzt für Innere Medizin, Geriatrie & Biochemiker,
American College of Physicians – American Society of Internal Medicine
KZAR – Kompetenzzentrum Autonome Regulationsmedizin
©2025, Dr. HU Jabs.