Nephrolithiasis

Ist Magnesium ein Risikofaktor für Nierensteine?

Die Zusammensetzung von Nierensteinen (medizinisch: Nephrolithiasis) ist unterschiedlich, hängt aber stark mit Ernährung, Flüssigkeitszufuhr, genetischer Veranlagung und Stoffwechselstörungen zusammen.

Die fünf häufigsten Steinarten sind:

  • Häufigste Form weltweit
  • Entstehen bei Übersättigung von Kalzium & Oxalat im Urin
  • Können sich bei alkalischem Urin (hoher pH-Wert) bilden
  • Häufig bei Störungen des Säure-Basen-Haushalts, z. B. renale tubuläre Azidose

    🧫 3. Struvit-Steine (Magnesium-Ammonium-Phosphat, ~10%)
  • Entstehen bei Harnwegsinfektionen mit ureasebildenden Bakterien (z. B. Proteus)
  • Bilden große, verzweigte Steine (Staghorn-Steine)
  • Treten häufiger bei Frauen auf

    🧬 4. Harnsäuresteine (~5–10%)
  • Bilden sich bei sauren Urin-pH-Werten
  • Häufig bei Gicht, hohem Fleischkonsum, Chemotherapie oder Fasten
  • Können bei pH-Anhebung durch Alkalisierung des Urins (z. B. Natriumcitrat) aufgelöst werden

    🧪 5. Cystinsteine (<1%)
  • Seltene, genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung: Cystinurie
  • Cystin ist schlecht löslich → fällt bei Übersättigung im Urin aus
  • Treten oft im Kindes- oder Jugendalter auf
SteinartHauptbestandteileHäufigkeit
KalziumoxalatKalzium + Oxalat~75–80%
StruvitMagnesium + Ammonium + Phosphat~10%
HarnsäureHarnsäure~5–10%
KalziumphosphatKalzium + Phosphat~5–10%
CystinCystin (Aminosäure)<1% (selten)

Dr. Hans-Ulrich Jabs, MD, PhD, MACP-ASIM,
Facharzt für Innere Medizin, Geriatrie & Biochemiker,
American College of Physicians – American Society of Internal Medicine
KZAR – Kompetenzzentrum Autonome Regulationsmedizin
©2025, Dr. HU Jabs.