Altersmedizin, autonom Health®, Genetik, Premium MedWellness, Skingevity

Skingevity und Genetik: Fokus auf die Haut!

 Akne & Neurodermitis in der dermatologischen Ästhetik.

Die genetische Veranlagung spielt eine zentrale Rolle bei der Hautgesundheit und beeinflusst sowohl die Anfälligkeit für Hauterkrankungen wie Akne und Neurodermitis als auch die langfristige Hautqualität und -langlebigkeit. Durch die Untersuchung der genetischen Grundlagen von Akne gewinnen wir tiefere Einblicke in die Mechanismen, die den Hautalterungsprozess beeinflussen, und entdecken innovative Ansätze zur Verbesserung der Hautgesundheit.

Genetische Grundlagen der Akne

Studien zeigen, dass genetische Faktoren maßgeblich zur Entwicklung und Schwere von Akne beitragen. Eine Zwillingsstudie ergab, dass etwa 81 % der Varianz in der Akne-Ausprägung genetisch bedingt sind, während nur 19 % auf Umweltfaktoren zurückzuführen sind (Bataille et al., 2002). Genetische Varianten in bestimmten Genen wie dem TNF- und CYP17A1-Gen wurden mit unterschiedlichen Ausprägungen der Akne-Schwere in Verbindung gebracht und beeinflussen entzündliche Reaktionen und die Talgproduktion (Heng et al., 2021).

Weitere Forschungen zeigten, dass Akne von einer polygenen Vererbung geprägt ist, bei der mehrere Gene interagieren, um das Krankheitsbild zu beeinflussen. Besonders genetische Variationen, die den Hormonhaushalt und die Immunantwort steuern, sind bei Menschen mit schwerer Akne häufiger zu finden (Yang & He, 2011).

Neurodermitis – Atopische Dermatitis (AD)

Atopische Dermatitis (AD), umgangssprachlich auch Neurodermitis genannt, ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung mit genetischen und umweltbedingten Ursachen. Die genetische Veranlagung spielt eine bedeutende Rolle in der Entstehung und dem Verlauf von AD. Durch das Verständnis genetischer Risikofaktoren und Mechanismen, die AD auslösen, können wir wertvolle Erkenntnisse zur langfristigen Gesundheit und Widerstandsfähigkeit der Haut gewinnen.

Genetische Grundlagen der Atopischen Dermatitis

Die genetische Forschung hat mehrere Gene identifiziert, die die Anfälligkeit für AD erhöhen, darunter das Filaggrin-Gen (FLG), das entscheidend für die Hautbarriere ist. Mutationen im FLG-Gen führen zu einem erhöhten Risiko für AD, da sie die Hautbarriere schwächen und das Eindringen von Allergenen erleichtern (Palmer et al., 2006). Diese genetische Schwäche der Hautbarriere wird oft von Mutationen begleitet, die das Immunsystem beeinflussen, was zu einer erhöhten Entzündungsbereitschaft führt (Weidinger et al., 2006).

Darüber hinaus wurden viele Gene, die mit Immun-Antworten in Verbindung stehen, als Risikofaktoren für AD identifiziert. In Genomanalysen fanden sich signifikante Verbindungen zu Genen, die für Zytokine und andere immunregulierende Proteine verantwortlich sind, wie Interleukin-4 und Interleukin-13 (Barnes, 2010).

Die Hautbarriere, gestützt durch das Filaggrin-Gen und andere epidermale Proteine, ist ein entscheidender Faktor für die Langlebigkeit der Haut und ihren Schutz vor äußeren Einflüssen. Studien zeigen, dass Defekte in diesen Schutzmechanismen nicht nur das Risiko für AD erhöhen, sondern auch die Langzeit-Gesundheit der Haut beeinträchtigen können (Løset et al., 2019).

Genetische Faktoren und Skingevity

Die Genetik beeinflusst auch, wie die Haut altert. Studien zur menschlichen Langlebigkeit haben gezeigt, dass bestimmte Gene mit verlängertem Leben und besserer Hautgesundheit assoziiert sind, darunter Gene, die Entzündungsprozesse und Insulin/IGF-1-Signalwege regulieren (Capri et al., 2006). Diese genetischen Mechanismen können auch für eine bessere Widerstandsfähigkeit der Haut gegenüber alterungsbedingten Einflüssen und schädlichen Umweltfaktoren verantwortlich sein.

Das Verständnis der genetischen Mechanismen hinter Akne und Neurodermitis (AD) kann helfen, präventive und personalisierte Behandlungsansätze zu entwickeln. Beispielsweise bietet die gezielte Unterstützung der Hautbarriere oder die Modulation der Immunantwort innovative Ansätze, um die Langzeitauswirkungen von Hauterkrankungen zu mindern (Kim et al., 2016).

Modernste biotechnologische Wirkstoffkomplexe in transdermalen Transportsystemen und nicht-invasive Technologien stehen schon heute für die dermatologische Ästhetik zur Verfügung (https://www.landsberg.eu/produkte/).

Literatur

– Bataille, V. et al. (2002). The influence of genetics and environmental factors in the pathogenesis of acne: a twin study of acne in women. The Journal of investigative dermatology, 119 6, 1317-22.

Heng, A. et al. (2021). Gene variants associated with acne vulgaris presentation and severity: a systematic review and meta-analysis. BMC Medical Genomics, 14.

– Yang, X., & He, L. (2011). Predisposing genes in acne. 37, 152-154.

– Capri, M.et al. (2006). The Genetics of Human Longevity. Annals of the New York Academy of Sciences, 1067.

– Palmer, C. et al. (2006). Common loss-of-function variants of the epidermal barrier protein filaggrin are a major predisposing factor for atopic dermatitis. Nature Genetics, 38, 441-446.

Weidinger, S. et al. (2006). Loss-of-function variations within the filaggrin gene predispose for atopic dermatitis with allergic sensitizations. The Journal of allergy and clinical immunology, 118 1, 214-9.

– Barnes, K. (2010). An update on the genetics of atopic dermatitis: scratching the surface in 2009. The Journal of allergy and clinical immunology, 125 1, 16-29. e1-11; quiz 30-1 .

– Løset, M. et al. (2019). Genetics of Atopic Dermatitis: From DNA Sequence to Clinical Relevance. Dermatology, 235, 355 – 364.

Kim, J. et al. (2016). Molecular Mechanisms of Cutaneous Inflammatory Disorder: Atopic Dermatitis. International Journal of Molecular Sciences, 17.

Dr. Hans-Ulrich Jabs, MD, PhD, MACP-ASIM
Senior Medical Advisor, Landsberg Academy, Malta
©2024, Dr. HU Jabs