Potenzielle Auswirkungen auf den menschlichen Stoffwechsel & das Gehirn!
Sonnenschutzmittel sind essenziell für den Schutz vor UV-Strahlen, enthalten jedoch chemische & physikalische Filter, die durch die Haut aufgenommen werden.
Besonders Nanopartikel wie Graphenoxid rücken in den Fokus, da sie durch transdermalen Transport in den Körper gelangen und neurotoxische Effekte haben können.
Dieser Artikel beleuchtet die Auswirkungen von Sonnenschutzfiltern & Graphen-Nanopartikeln auf das Gehirn, insbesondere im Kontext von Neuroinflammation, Demenz & Alzheimer.
1. Sonnenschutzfilter und ihre Wirkung!
Sonnenschutzfilter lassen sich in zwei Hauptkategorien unterteilen:
- Organische (chemische) Filter: Absorbieren UV-Strahlung (z. B. Oxybenzon, Octocrylen, Avobenzon).
- Anorganische (physikalische) Filter: Reflektieren UV-Strahlung (z. B. Titandioxid, Zinkoxid).
Einige dieser Filter können transdermal absorbiert werden und systemische Effekte entfalten.
Studien zeigen, dass bestimmte UV-Filter hormonelle Aktivitäten aufweisen und neurotoxische Effekte haben (Krause et al., 2012).
2. Was ist Graphenoxid?
Graphenoxid ist eine oxidierte Form von Graphen mit einzigartigen physikalisch-chemischen Eigenschaften.
Es wird in der Nanotechnologie eingesetzt, unter anderem für medizinische Anwendungen und als Zusatz in Sonnenschutzmitteln zur Verbesserung der UV-Absorption. Graphenoxid-Nanopartikel können jedoch durch die Haut aufgenommen werden und toxische Effekte auslösen (Seabra et al., 2014).
3. Was sind Nanopartikel?
Nanopartikel sind Partikel mit einer Größe unter 100 nm, die in biologischen Systemen leicht transportiert werden können. Sie werden in Kosmetika, einschließlich Sonnenschutzmitteln, verwendet, um die Stabilität und UV-Schutzwirkung zu verbessern. Dabei kann ihre geringe Größe jedoch auch eine verstärkte Penetration durch die Haut ermöglichen, mit gesundheitlichen Risiken (Xia et al., 2013).
4. Transdermaler Transport von Nanopartikeln
Transdermaler Transport bezeichnet die Aufnahme von Stoffen durch die Haut.
Nanopartikel können über verschiedene Mechanismen in den Körper gelangen:
- Interzelluläre Diffusion (zwischen Hautzellen)
- Transzelluläre Penetration (direkt durch Zellen)
- Haarfollikel- und Schweißdrüseneintritt
Graphen-Nanopartikel und einige chemische Sonnenschutzfilter wurden in tieferen Hautschichten nachgewiesen und können über das Blut oder das lymphatische System in das Gehirn gelangen (Monteiro-Riviere et al., 2010).
5. Auswirkungen auf den menschlichen Stoffwechsel und das Gehirn
Die Galenik (Formulierung) von Sonnenschutzpräparaten beeinflusst deren Resorption und metabolische Verarbeitung. Bestimmte Inhaltsstoffe können den Vitamin-D-Stoffwechsel hemmen und oxidative Stressreaktionen fördern.
5.1. Neuroinflammation & neurodegenerative Erkrankungen
Nanopartikel können die Blut-Hirn-Schranke überwinden und neuroinflammatorische Prozesse auslösen.
Studien zeigen, dass Graphenoxid und bestimmte UV-Filter oxidative Schäden im Gehirn fördern können, die mit neurodegenerativen Erkrankungen assoziiert sind (Zhao et al., 2015).
5.2. Risiko für Alzheimer und Demenz
Einige Chemikalien in Sonnenschutzmitteln stehen im Verdacht, die Amyloid-β-Ablagerung im Gehirn zu fördern, ein zentraler Mechanismus bei Alzheimer (Kim et al., 2018).
5.3. Einfluss auf den Vitamin-D-Stoffwechsel
Sonnenschutzmittel reduzieren die Vitamin-D-Synthese in der Haut, was langfristig zu einem Defizit führen kann. Vitamin D spielt eine wesentliche Rolle für die Gehirngesundheit, und ein Mangel wird mit einem erhöhten Demenzrisiko in Verbindung gebracht (Annweiler et al., 2013).
6. Fazit
Sonnenschutzmittel mit Nanopartikeln & chemischen Filtern bergen potenzielle Risiken für die Hautaufnahme & systemische Effekte. Die möglichen Auswirkungen auf das Gehirn, insbesondere im Zusammenhang mit Neuroinflammation & neurodegenerativen Erkrankungen, erfordern weitere Forschung.
Eine bewusste Auswahl von Sonnenschutzmitteln und alternative Schutzstrategien sind notwendig, um Langzeitrisiken zu minimieren.
7. Regulatorische Aspekte: KVO & die EU-Nanopartikelverordnung
Die Sicherheit von Sonnenschutzmitteln & Nanopartikeln wird in der Europäischen Union durch verschiedene Verordnungen geregelt.
7.1. Kosmetikverordnung (KVO, EG Nr. 1223/2009)
Die Kosmetikverordnung (KVO) der EU regelt die Sicherheitsanforderungen für kosmetische Produkte, einschließlich Sonnenschutzmittel. Wichtige Bestimmungen in Bezug auf Sonnenschutzfilter und Nanomaterialien:
- Zulassungspflicht: Chemische und physikalische UV-Filter müssen vor der Markteinführung von der Europäischen Kommission geprüft und zugelassen werden.
- Sicherheitsbewertung: Kosmetische Produkte dürfen keine Stoffe enthalten, die der Gesundheit schaden können, insbesondere im Hinblick auf systemische Aufnahme & Langzeiteffekte.
- Kennzeichnungspflicht: Nanomaterialien in Kosmetika müssen auf der Verpackung mit dem Zusatz ”[nano]” gekennzeichnet werden, um Verbrauchern Transparenz zu bieten.
7.2. EU-Nanopartikelverordnung
Die Regulierung von Nanopartikeln fällt unter verschiedene gesetzliche Rahmenbedingungen, darunter die REACH-Verordnung (EG Nr. 1907/2006) und spezifische Ergänzungen der Kosmetikverordnung.
- Definition von Nanomaterialien: Die EU definiert Nanomaterialien als Materialien mit Partikeln im Größenbereich von 1–100 nm, die gezielt eingesetzt werden oder unbeabsichtigt entstehen.
- Gesundheitsbewertung: Nanopartikel müssen hinsichtlich ihrer Penetrationsfähigkeit, Toxizität, Langzeitwirkungen und ihrer möglichen Bioakkumulation bewertet werden.
- Beschränkungen: Einige Nanopartikel wie bestimmte Formen von Titandioxid & Graphenoxid wurden für bestimmte Anwendungen in Lebensmitteln & Kosmetika wegen potenzieller Gesundheitsrisiken beschränkt oder verboten.
Diese regulatorischen Maßnahmen sollen sicherstellen, dass Sonnenschutzmittel mit Nanopartikeln sicher für Verbraucher sind und keine langfristigen gesundheitlichen Schäden verursachen.
Dennoch fordern Wissenschaftler weitere Studien zu möglichen systemischen Effekten, insbesondere im Hinblick auf Neurotoxizität & Akkumulation im Gehirn.
Literaturverzeichnis
- Krause et al., 2012. Cosmetic sunscreen ingredients as viable contributors to endocrine disruption. Link
- Seabra et al., 2014. Nanotoxicity of graphene family nanomaterials: a review. Link
- Xia et al., 2013. Nanoparticle exposure and neurotoxicity. Link
- Monteiro-Riviere et al., 2010. Safety evaluation of nanoparticles in skin penetration. Link
- Zhao et al., 2015. Graphene-based nanomaterials and neurotoxicity. Link
- Kim et al., 2018. Role of environmental chemicals in neurodegenerative diseases. Link
- Annweiler et al., 2013. Vitamin D deficiency and cognitive impairment. Link






Dr. Hans-Ulrich Jabs, MD, PhD, MACP-ASIM,
Facharzt für Innere Medizin, Geriatrie & Biochemiker,
American College of Physicians – American Society of Internal Medicine
KZAR – Kompetenzzentrum Autonome Regulationsmedizin
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