Metallothioneine (MTs) sind essenzielle Proteine, die seit Millionen von Jahren als körpereigene Schutzmechanismen gegen Umweltstress, Schwermetallbelastung & oxidativen Stress fungieren. Sie spielen eine zentrale Rolle im menschlichen Organismus, insbesondere im Bereich der Immunabwehr, Entgiftung, Zellregeneration & Langlebigkeit. Angesichts dieser vielseitigen Funktionen rückt der Nutzen von MTs als potenzielle Nahrungsergänzungsmittel (NEMs) zunehmend in den Fokus der modernen Gesundheitsforschung.
Was sind Metallothioneine?
MTs sind kleine, cysteinreiche Proteine, die eine hohe Affinität zu Metallionen wie Zink (Zn), Kupfer (Cu), Cadmium (Cd) & Quecksilber (Hg) aufweisen. Sie binden diese Metalle und regulieren deren Konzentration im Körper. Ihre wichtigsten Funktionen umfassen:
- Entgiftung: Binden und neutralisieren toxische Schwermetalle wie Cadmium, Quecksilber & Blei.
- Antioxidativer Schutz: Schützen Zellen vor oxidativem Stress & freien Radikalen.
- Regulation von Spurenelementen: Halten die Balance von lebenswichtigen Metallen wie Zink und Kupfer aufrecht.
- Immunmodulation: Beeinflussen Immunzellen und reduzieren Entzündungsprozesse.
- Zellregeneration & Wundheilung: Fördern die Reparatur geschädigter Zellen und Gewebe.
- Neuroprotektion: Schützen Nervenzellen vor toxischen Einflüssen und oxidativem Stress.
MTs sind in fast allen Geweben des Körpers vorhanden, insbesondere in Leber, Nieren, Gehirn und dem Immunsystem. Ihre Expression wird durch Umweltfaktoren, toxische Metalle, oxidativen Stress und bestimmte Nährstoffe wie Zink und Selen reguliert (Yang et al., 2024).
Entgiftung & Schutz vor Schwermetallen
Eine der wichtigsten Funktionen von MTs ist die Neutralisation toxischer Schwermetalle. Sie binden diese in harmlosen Komplexen und ermöglichen deren Ausscheidung über die Nieren oder die Galle. Besonders wirksam sind MTs gegen:
- Cadmium (Cd): Ein hochtoxisches Schwermetall, das in Zigarettenrauch, kontaminiertem Wasser und Lebensmitteln vorkommt. MTs binden Cadmium und schützen so Leber und Nieren vor Schäden (Sato & Kondoh, 2002).
- Quecksilber (Hg): Quecksilber aus Fisch, Impfstoffen oder Amalgamfüllungen kann das Nervensystem schädigen. MTs helfen, es aus dem Körper zu eliminieren.
- Blei (Pb): In Farben, Industrieemissionen und alten Wasserleitungen vorkommendes Blei kann neurologische Schäden verursachen. MTs binden Blei und reduzieren seine toxischen Effekte.
Schutz vor oxidativem Stress
Oxidativer Stress entsteht durch freie Radikale und führt zu Zellschäden, Alterung & chronischen Krankheiten. MTs haben eine außergewöhnlich starke antioxidative Wirkung, da sie reaktive Sauerstoffspezies (ROS) neutralisieren und Zellen vor Lipidperoxidation, DNA-Schäden & mitochondrialer Dysfunktion schützen (McGee et al., 2010).
Immunmodulation & Schutz vor Infektionen
MTs sind stark in die Immunantwort integriert und regulieren Entzündungsprozesse. Sie beeinflussen das Immunsystem in mehrfacher Weise:
- Erhöhen die Zink-Bioverfügbarkeit: Zink ist essenziell für die Funktion von T-Zellen, Makrophagen und natürlichen Killerzellen.
- Schützen vor Viren: MTs hemmen die Virusvermehrung, indem sie Zink in infizierten Zellen regulieren. Dies wurde insbesondere für Influenza- & Coronaviren untersucht (Ghoshal et al., 2001).
- Reduzieren Entzündungen: MTs kontrollieren die Ausschüttung von proinflammatorischen Zytokinen, was bei Autoimmunerkrankungen und chronischen Entzündungen hilfreich sein kann.
MTs zur Elimination von Spike-Proteinen
Neueste Studien zeigen, dass Metallothioneine eine Rolle bei der Eliminierung von SARS-CoV-2-Spike-Proteinen spielen können. Da diese Proteine auch nach Infektion oder mRNA-Impfung noch wochenlang im Körper verbleiben können, kann eine verstärkte MT-Expression helfen, diese schneller abzubauen und Long-COVID-Symptome zu reduzieren (Yang et al., 2024).
Neuroprotektion & Longevity
MTs haben neuroprotektive Eigenschaften und schützen das Gehirn vor oxidativem Stress & toxischen Metallablagerungen. Dies ist besonders wichtig für die Prävention neurodegenerativer Erkrankungen wie:
- Alzheimer & Demenz: MTs binden überschüssiges Kupfer und Zink, wodurch sie die Amyloid-Bildung in Gehirnzellen reduzieren.
- Parkinson: MTs neutralisieren Eisen-induzierte oxidative Schäden in Neuronen.
- Longevity: Durch die Kombination aus Detox, Antioxidation & Zellregeneration tragen MTs erheblich zur Lebensverlängerung bei (Yang et al., 2024).
MTs als Nahrungsergänzungsmittel
Da Metallothioneine durch Nährstoffe wie Zink, Selen & schwefelhaltige Aminosäuren (z. B. Cystein) reguliert werden, können gezielte NEMs helfen, ihre Produktion zu optimieren.
Effektive MT-stimulierende Nahrungsergänzungsmittel umfassen:
- Zink (30-50 mg täglich): Notwendig für die MT-Synthese.
- Selen (200 µg täglich): Verstärkt die antioxidative Wirkung von MTs.
- L-Cystein / N-Acetylcystein (NAC): Liefert schwefelhaltige Bausteine für MTs.
- Spirulina & Chlorella: Enthalten schwefelreiche Peptide, die die MT-Synthese anregen.
Metallothioneine sind wahre „Gamechanger“ für Entgiftung, Immunschutz & Longevity. Ihr Potenzial als Nahrungsergänzungsmittel eröffnet neue Wege für Prävention & Therapie. Durch eine gezielte Ernährungsstrategie und spezifische Mikronährstoffe kann die natürliche MT-Expression gefördert werden – ein wissenschaftlich fundierter Ansatz für ein langes & gesundes Leben.






Dr. Hans-Ulrich Jabs, MD, PhD, MACP-ASIM,
Facharzt für Innere Medizin, Geriatrie & Biochemiker,
American College of Physicians – American Society of Internal Medicine
KZAR – Kompetenzzentrum Autonome Regulationsmedizin
Hippokrates Kochclub®
Medical Advisor, Irie Biotechnology Co., Ltd, Taiwan
©2025, Dr. HU Jabs.