Premiumfleisch, Berberitzen, Safran und deren Einfluss auf den Insulinstoffwechsel, das Mikrobiom und die Langlebigkeit.
Fleischkonsum ist in vielen Ernährungsweisen weltweit eine zentrale Nahrungsquelle für Protein und Nährstoffe. Jedoch wird er zunehmend mit gesundheitlichen Risiken in Verbindung gebracht, insbesondere im Hinblick auf den Insulinstoffwechsel und das Risiko für Typ-2-Diabetes. Eine spezifische Sorge beim Fleischkonsum ist die Produktion von Trimethylamin (TMA) im Darm, das durch das Enzym Flavin-haltige Monooxygenase 3 (FMO3) in Trimethylamin-N-Oxid (TMAO) umgewandelt wird. TMAO wird mit verschiedenen kardiovaskulären und metabolischen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Gleichzeitig gibt es Hinweise darauf, dass bestimmte Pflanzenstoffe wie Berberin, ein Hauptbestandteil von Berberitzen, und Safran eine positive Rolle bei der Regulation des Insulinstoffwechsels und der Modulation des Mikrobioms spielen. In den Studien zum Fleischkonsum wird allerdings die antioxidative und entgiftende Kapazität von Metallothioneinen in hochwertigem Premiumfleisch beispielsweise in Rindfleisch der Angus-Rasse nicht beachtet. In diesem Artikel wird die Beziehung zwischen Fleischkonsum, der Aktivität von FMO3, und der potenziellen Rolle von Berberitzen und Safran in der „Longevity Cuisine“ und der persischen Küche untersucht.
Fleischkonsum und die Produktion von TMA und TMAO
Beim Verzehr von rotem Fleisch und anderen tierischen Produkten wird im Darm Trimethylamin (TMA) durch die Mikroflora produziert. TMA wird anschließend durch das Leberenzym FMO3 in TMAO umgewandelt. Hohe TMAO-Spiegel im Blut wurden mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Insulinresistenz assoziiert (Wang et al., 2011). TMAO trägt zur Entzündung und Dysfunktion der Endothelzellen bei, was zu Atherosklerose und einer gestörten Insulinsignalisierung führen kann.
Mikrobiom und TMAO
Das Darmmikrobiom spielt eine entscheidende Rolle bei der Produktion von TMA und folglich von TMAO. Bestimmte Bakterienstämme im Darm sind für die Umwandlung von Cholin, L-Carnitin und anderen Nährstoffen, die in tierischen Produkten enthalten sind, in TMA verantwortlich. Die Zusammensetzung des Mikrobioms kann daher das Ausmaß der TMA- und TMAO-Produktion erheblich beeinflussen und damit die gesundheitlichen Risiken, die mit einer fleischreichen Ernährung einhergehen. Studien haben gezeigt, dass eine Veränderung der Mikrobiom-Zusammensetzung durch Ernährung oder probiotische Interventionen das Potenzial hat, die TMAO-Spiegel zu senken und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und metabolische Störungen zu reduzieren (Tang et al., 2017.
Berberin und seine Rolle im Insulinstoffwechsel
Berberin, ein Alkaloid, aus Berberitzen, hat sich in Studien als potenter Modulator des Glukose- und Lipidstoffwechsels erwiesen. Es verbessert die Insulinsensitivität, indem es die Aktivierung von AMPK (AMP-aktivierte Proteinkinase) fördert und somit den Glukosestoffwechsel in Leberzellen reguliert (Yin et al., 2008). Zudem wurde gezeigt, dass Berberin die Expression von FMO3 hemmt, wodurch die Umwandlung von TMA in TMAO reduziert wird. Dies kann das Risiko von durch TMAO ausgelösten Stoffwechselstörungen wie Typ-2-Diabetes und Atherosklerose verringern.
Berberitzen als Präbiotikum
Neben seinen direkten metabolischen Effekten besitzt Berberin auch präbiotische Eigenschaften. Berberitzen fördern das Wachstum von nützlichen Bakterien im Darm, die ein gesundes Mikrobiom unterstützen. Diese präbiotische Wirkung trägt dazu bei, die Produktion von TMA durch eine Modulation der Mikroflora zu reduzieren und damit die TMAO-Spiegel im Blut zu senken. Die Förderung einer gesunden Darmflora durch Berberitzen kann somit eine wichtige Rolle bei der Prävention von TMAO-assoziierten Gesundheitsrisiken spielen (Zhang et al., 2020).
Safran, Mikrobiom und die persische Küche
Safran, ein bedeutender Bestandteil der persischen Küche, ist nicht nur für seine kulinarischen Qualitäten bekannt, sondern auch für seine positiven gesundheitlichen Eigenschaften. Studien haben gezeigt, dass Safran entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften besitzt, die zur Unterstützung der Mikrobiom-Gesundheit beitragen können (Amin et al., 2015). Darüber hinaus kann Safran das Wachstum von nützlichen Darmbakterien fördern und das Gleichgewicht des Mikrobioms positiv beeinflussen. Diese Wirkung ist besonders relevant in der Longevity Cuisine, wo Safran eine wichtige Rolle bei der Förderung der Darmgesundheit und der allgemeinen Langlebigkeit spielen kann.
Die persische Küche, die reich an Safran, Berberitzen und anderen bioaktiven Pflanzenstoffen ist, stellt somit ein wertvolles Modell für eine Ernährung dar, die sowohl traditionelle Weisheiten als auch moderne wissenschaftliche Erkenntnisse integriert. Durch die Kombination dieser Zutaten kann die persische Küche nicht nur den Geschmackssinn ansprechen, sondern auch bedeutende gesundheitliche Vorteile bieten, die zur Verlängerung der Gesundheitsspanne beitragen.
Longevity Cuisine: Ein integrativer Ansatz
In der Longevity Cuisine, die sich auf eine Ernährung zur Förderung der Langlebigkeit konzentriert, kann die Integration von Berberitzen und Safran eine bedeutende Rolle spielen. Durch die Hemmung von FMO3, die präbiotische Unterstützung eines gesunden Mikrobioms und die Verbesserung des Insulinstoffwechsels könnten diese Pflanzenstoffe helfen, die negativen Auswirkungen von übermäßigem Fleischkonsum zu mildern und gleichzeitig zur Prävention chronischer Erkrankungen beizutragen. Die Aufnahme von Berberitzen, Safran und anderen bioaktiven Pflanzenstoffen in die Ernährung kann somit eine vielversprechende Strategie sein, um die Gesundheitsspanne zu verlängern und das Risiko von altersbedingten Erkrankungen zu reduzieren.
Fazit
Fleischkonsum ist ein wichtiger Faktor im menschlichen Ernährungsplan, kann aber aufgrund der TMA- und TMAO-Produktion gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Berberin und Safran, aktive Bestandteile von Berberitzen und der persischen Küche, bieten durch ihre insulinmodulierenden Eigenschaften, die präbiotischen Effekte und die Hemmung der FMO3-Aktivität potenzielle Mittel, um diese Risiken zu mindern. Die Einbindung solcher Pflanzenstoffe in die Longevity Cuisine kann daher einen wertvollen Beitrag zur Förderung der Gesundheit und Langlebigkeit leisten.
Literaturverzeichnis
– Wang, Z. et al. (2011). Gut flora metabolism of phosphatidylcholine promotes cardiovascular disease. The New England Journal of Medicine, 364(17), 1575-1584.
– Yin, J. et al. (2008). Effects of berberine on glucose metabolism in vitro. Metabolism, 57(5), 712-718.
– Li, X. et al. (2020). Berberine inhibits FMO3 expression to reduce trimethylamine N-oxide formation in mice. Metabolites, 10(2), 57.
– Tang, W. H. W. et al. (2017). Gut microbiota-dependent trimethylamine N-oxide (TMAO) pathway contributes to both development of renal insufficiency and mortality risk in chronic kidney disease. Circulation Research, 120(5), 627-635.
– Zhang, X. et al. (2020). Berberine promotes the survival of beneficial gut bacterium Akkermansia muciniphila and reduces high-fat diet-induced metabolic syndrome and inflammation. Food Research International, 131, 109008.
– Amin, B., & Hosseinzadeh, H. (2015). Saffron (Crocus sativus) and its active ingredients: A review of anticancer, antioxidant, and anti-inflammatory properties. Pharmacological Research, 105, 232-247.
Dr. Hans-Ulrich Jabs, MD, PhD, MACP-ASIM
Facharzt Innere Medizin, Geriater & Biochemiker
KZAR – Kompetenzzentrum Autonome Regulationsmedizin
Hippokrates Kochclub® – Dr. HU Jabs





