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Alpha-Synuclein – Biologie, Abbau und Möglichkeiten zur Elimination aus dem Blut: Rolle der Metallothioneine & Ernährung

Begünstigen SARS CoV2-Spikeproteine eine Fehlfaltung von Alpha-Synuclein (α-Syn)?

Alpha-Synuclein (α-Syn) ist ein kleines, neuronales Protein, das eng mit der Pathogenese neurodegenerativer Erkrankungen wie Morbus Parkinson und der Lewy-Körper-Demenz verknüpft ist.

Fehlgefaltetes oder aggregiertes α-Syn kann toxische Wirkungen entfalten und so zum Absterben dopaminerger Neuronen beitragen. Ein besseres Verständnis seiner physiologischen Funktion, seines Abbaus sowie möglicher Strategien zur Entfernung aus dem Blut und zur Prävention von Fehlfaltungen ist von hoher medizinischer Relevanz.

α-Syn ist ein 140 Aminosäuren langes Protein, das vorwiegend in präsynaptischen Nervenendigungen vorkommt. Es spielt eine Rolle bei der Regulation der synaptischen Vesikel und der Dopaminfreisetzung.

In gesunder Form liegt es überwiegend löslich und ungeordnet vor, kann jedoch unter pathologischen Bedingungen zu β-Faltblatt-reichen Aggregaten umklappen, die neurotoxisch wirken (Nielsen etal., 2010).

Der Abbau von α-Syn erfolgt primär intrazellulär über:

  • Ubiquitin-Proteasom-System (UPS): Für lösliche, monomere Formen.

  • Autophagie-Lysosomen-System (ALS): Für aggregierte oder fehlgefaltete Formen. Zudem tragen extrazelluläre Proteasen und Mikroglia-Phagozytose zum Abbau im Gewebe bei. Im Blut kann α-Syn über Bindung an Plasmaproteine, Aufnahme in Leber- und Milzzellen und enzymatische Degradation eliminiert werden.

Neben den proteolytischen Systemen spielt die Metall-Homöostase eine wichtige Rolle.

Kupfer, Eisen & Zink können Fehlfaltungen von α-Syn fördern. Der Körper nutzt daher Metall-bindende Proteine wie Metallothioneine (MTs) & Ferritin, um freie Metallionen zu neutralisieren und damit die Aggregation zu verhindern (Messer et al., 2005).

Forschungsansätze beinhalten:

  • Immunadsorption & Plasmapherese: Entfernung zirkulierender α-Syn-Antikörper-Komplexe aus dem Blut.

  • Monoklonale Antikörper gegen α-Syn: Förderung der peripheren Bindung und anschließender hepatischer Clearance.

  • Nanopartikel & Aptamere: Zielgerichtete Bindung und Ausleitung über Leber und Niere. Diese Verfahren befinden sich größtenteils im experimentellen Stadium und werden aktuell klinisch erprobt.

MTs sind cysteinreiche Proteine mit hoher Affinität zu Schwermetallen wie Kupfer, Zink & Cadmium.

Sie schützen Neuronen, indem sie:

  1. Metallionen binden und so metallinduzierte Fehlfaltung von α-Syn hemmen (Nielsen et al., 2010.

  2. Als Radikalfänger oxidativen Stress neutralisieren.

  3. Neuroinflammation modulieren.

Eine gezielte Ernährung kann die körpereigene MT-Synthese stimulieren und so die Aggregationsneigung von α-Syn reduzieren:

  • Zinkreiche Lebensmittel (Austern, Kürbiskerne, Rindfleisch, Hülsenfrüchte) aktivieren direkt die MT-Genexpression (Messer et al., 2005).

  • Polyphenole (EGCG aus grünem Tee, Curcumin aus Kurkuma) steigern über den Nrf2-Signalweg die MT-Expression und hemmen gleichzeitig oxidativen Stress (Zhou et al., 2012).

  • Schwefelhaltige Aminosäuren (Knoblauch, Zwiebeln, Kreuzblütler) liefern Bausteine für die MT-Struktur und fördern die Glutathion-Synthese.

  • Selenhaltige Lebensmittel (Paranüsse) wirken synergistisch mit Zink bei der MT-Induktion.

Tierstudien zeigen, dass zinkangereicherte oder polyphenolreiche Diäten MT-Level im Gehirn erhöhen und neuronale Schäden in Parkinson-Modellen vermindern (Messer et al., 2005).

Nahrungsmittel mit hohem Potenzial zur MT-Induktion:

NahrungsmittelWirkstoffMT-InduktionsmechanismusZusätzlicher Schutz
Austern, Kürbiskerne, LinsenZinkDirekte MT-GenaktivierungHemmung a-Syn-Aggregation
Grüner TeeEGCGNrf2-AktivierungAntioxidativ, anti-
aggregativ
KurkumaCurcuminEpigenetische AktivierungAnti-inflammatorisch
Knoblauch, BrokkoliCysteinMT-BausteineGlutathion-Synthese
ParanüsseSelenSynergistisch mit ZinkGlutathionperoxidase-Aktivierung


Schlussfolgerung

  • Alpha-Synuclein: Ein präsynaptisches Protein, das in aggregierter Form Lewy-Körper bildet, charakteristisch für Parkinson.

  • Beta-Amyloid: Ein Spaltprodukt des Amyloid-Vorläuferproteins (APP), das Plaques im Gehirn bildet, typisch für Alzheimer.

    Beide Proteine neigen unter oxidativem Stress, Metallionen-Ungleichgewicht oder Interaktion mit bestimmten Peptiden zu Fehlfaltungen.
  1. Direkte Protein-Protein-Interaktion
    In-vitro-Studien zeigen, dass das SARS-CoV-2-Spikeprotein mit α-Syn interagieren und dessen Aggregation beschleunigen kann (Semerdzhiev et al., 2022).

  2. Förderung von Entzündung und oxidativem Stress
    Infektionen mit SARS-CoV-2 können Neuroinflammation auslösen, Mikroglia aktivieren und ROS (Reactive Oxygen Species) erhöhen – alles Faktoren, die Fehlfaltungen begünstigen (Deigendesch et al., 2020).

  3. Metallionen-Dysregulation
    Spikeprotein-induzierte Entzündungsprozesse können die Homöostase von Kupfer, Eisen & Zink stören, was Aggregationen beschleunigt (Nielsen et al., 2010).

  4. Cross-Seeding-Effekt
    Es gibt Hinweise, dass virale Proteine als “Seed” dienen können, um die Aggregation anderer amyloider Proteine wie Aβ zu starten oder zu beschleunigen.
  • Post-COVID-Syndrom-Patienten berichten über vermehrte neurologische Symptome, teils Parkinson- oder Alzheimer-ähnlich (Douaud et al., 2022).

  • Autopsiestudien von COVID-19-Patienten zeigen vermehrt Proteinaggregate und Neuroinflammation in Hirnarealen, die für Gedächtnis und Motorik relevant sind.

Aktuelle experimentelle und neuropathologische Daten legen nahe, dass das SARS-CoV-2-Spikeprotein durch direkte Interaktion, Entzündungsinduktion, oxidativen Stress und Cross-Seeding-Mechanismen die Fehlfaltung von α-Syn und Aβ begünstigen könnte. Ob diese Prozesse langfristig das Risiko für Parkinson oder Alzheimer erhöhen, ist noch nicht abschließend geklärt, erfordert jedoch intensive Langzeitforschung.

Literatur

  1. Messer, J., et al. (2005). Brain metallothioneins and their neuroprotective role. Journal of Neuroscience Research, 79(3), 338–343.

  2. Nielsen, M. S., et al. (2010). Copper binding to alpha-synuclein. Biochemistry, 49(35), 8127–8137.

  3. Zhou, S., et al. (2012). Protective effects of green tea polyphenols via Nrf2 activation. Neurochemistry International, 61(5), 708–715. 

Dr. Hans-Ulrich Jabs, MD, PhD, MACP-ASIM,
Facharzt für Innere Medizin, Geriatrie & Biochemiker,
American College of Physicians – American Society of Internal Medicine
KZAR – Kompetenzzentrum Autonome Regulationsmedizin
©2025, Dr. HU Jabs.