Die Haut ist eine hochentwickelte Schutzbarriere, die den Körper vor Umwelteinflüssen und mikrobiellen Invasionen schützt.
Gleichzeitig stellt sie eine Herausforderung für die Applikation dermatologischer Wirkstoffe dar, insbesondere wenn diese tieferliegende Strukturen wie Hautstammzellen erreichen sollen.
Neue physikalische Technologien im Bereich des transdermalen Wirkstofftransports (TDDS) bieten nun Möglichkeiten, Wirkstoffe effizient über die intakte Hautbarriere zu schleusen – ohne sie zu verletzen.
Eine der neuesten Entwicklungen: Exoporation™, eine Methode der adaptiven Impulstherapie, die aus der Schmerzmedizin stammt und nun in der ästhetischen Dermatologie Anwendung findet.
Funktion der Hautbarriere
Die epidermale Barriere, insbesondere das Stratum corneum, reguliert den Wasserverlust und verhindert das Eindringen exogener Substanzen. Sie ist der primäre limitierende Faktor für den transdermalen Transport (Kim et al., 2020).
Was ist transdermaler Wirkstofftransport (TDDS)?
TDDS bezeichnet Methoden, bei denen pharmakologisch aktive Substanzen durch die Haut in tiefere Gewebeschichten oder den Blutkreislauf gelangen – ohne Injektion. Moderne Systeme nutzen physikalische Verfahren, um die Penetration durch die Hautbarriere zu verbessern (Lohcharoenkal et al., 2012).
Physikalische Verfahren für TDDS
Die neuen Methoden setzen gezielt Hochdruck, elektrische oder magnetische Felder sowie Licht- oder Ultraschallimpulse ein:
- Hydroporation (z. B. JetPeel®): Nutzt Hochgeschwindigkeits-Strahlen aus Salzwasser und Luftdruck zur schonenden Wirkstoffpenetration (Jung et al., 2020).
- Magnetoporation (z. B. Radiofrequenz): Erzeugt temporäre Poren durch elektromagnetische Felder, verbessert die Penetration in tieferliegende Hautschichten (Kalimuthu et al., 2020).
- Nanoporation (z. B. NanoPen™): Erzeugt Mikrokanäle mit Nanonadeln zur Erhöhung der Permeabilität, ohne die Barriere dauerhaft zu schädigen (Ding et al., 2022).
- Photoporation (z. B. Lichttherapie): Nutzt gezielte Lichtimpulse zur temporären Veränderung der Zellmembran & zur Wirkstoffaufnahme (Choi et al., 2022).
Diese Verfahren haben das Ziel, Wirkstoffe über die intakte Hautbarriere bis zu den epidermalen Stammzellen zu transportieren, ohne eine Verletzung oder Entzündung zu verursachen.
Exoporation™ – Die neueste Entwicklung
Exoporation™ ist ein neuartiges TDDS-Verfahren, das bioadaptive Impulse nutzt, um die Hautdurchlässigkeit zu modulieren.
Im Gegensatz zu thermischen oder mechanischen Verfahren passt Exoporation™ die Impulsfrequenz individuell an das Gewebe an und ermöglicht so eine gezielte, schonende Öffnung der Barriere für Wirkstoffe.
Erste Studien zeigen eine signifikante Steigerung der Wirkstoffaufnahme ohne histologisch nachweisbare Schädigung der Hautbarriere.
Exoporation™ – Exosomen transdermal zu den Hautstammzellen & ins Fettgewebe!
Exosomen sind extrazelluläre Vesikel mit einer Größe von etwa 30–150 nm, die von nahezu allen Zelltypen ausgeschieden werden.
Sie spielen eine zentrale Rolle in der Zell-Zell-Kommunikation, indem sie biologische Informationen in Form von Proteinen, Lipiden, DNA-Fragmenten, mRNA, microRNA (miRNA) und anderen bioaktiven Molekülen zwischen Zellen transportieren (Witwer & Théry, 2019).
In der Dermatologie sind Exosomen von besonderem Interesse, weil sie regenerative Prozesse wie Zellproliferation, Entzündungsregulation, Kollagensynthese & Wundheilung anregen können (Park et al., 2021).
Exosomen & Exoporation™
Durch die Exoporation™-Technologie können Exosomen gezielt über die intakte Hautbarriere zu ihren Zielstrukturen transportiert werden – insbesondere zu:
- epidermalen Hautstammzellen, um Regenerationsprozesse zu stimulieren
- Fettgewebe (Subkutis), wo sie metabolische Prozesse beeinflussen können.
Die Exoporation™ nutzt adaptive Impulse, um temporäre Öffnungen in Zellmembranen zu erzeugen und die Aufnahme großer Moleküle wie Exosomen zu ermöglichen – ohne die Hautbarriere strukturell zu verletzen.
Diese Methode ermöglicht eine neuartige, nicht-invasiven Gewebeverjüngung & -regeneration.
Besonderheit: Colostrum-Exosomen!
Exosomen aus Colostrum (Erstmilch) sind besonders reich an Wachstumsfaktoren, Immunmodulatoren & entzündungshemmenden Signalmolekülen.
Sie gelten als besonders potente Wirkstoffträger in der regenerativen Dermatologie, da sie natürliche biologische Kommunikation fördern und Hautprozesse ganzheitlich regulieren können (Kwak et al., 2023).
Exosomen stellen eine hochwirksame, zellbasierte Komponente in der ästhetischen Medizin dar.
In Kombination mit Exoporation™ können sie nicht-invasiv, zielgerichtet & effizient eingesetzt werden, um regenerative Prozesse in Haut & Fettgewebe zu aktivieren – eine neue Ära in der ästhetischen Dermatologie.
Adaptive Impulstherapie (z. B. PhysioKey®) in der Dermatologie
Der PhysioKey® basiert auf adaptiver Impulstherapie mit individuell justierbaren Frequenzen. Die Therapie wirkt auf:
- Hautbarriere: Steigerung der Permeabilität durch Mikrostimulation
- Nerven: Regulierung über neurovegetative Reflexe
- Muskulatur & Fettgewebe: Tiefenstimulation verbessert Durchblutung & Zellstoffwechsel
In der Sportmedizin & Schmerztherapie bewährt, findet der PhysioKey® jetzt Anwendung in der ästhetischen Dermatologie, etwa zur Faltenreduktion, Wirkstofftransport & Gewebestraffung.
Physikalische Methoden wie Exoporation™ markieren einen Paradigmenwechsel in der dermatologischen Ästhetik.
Sie ermöglichen es, Wirkstoffe tief in die Haut zu transportieren – ohne sie zu verletzen.
Die Kombination von TDDS mit adaptiven Impulstechnologien wie PhysioKey® eröffnet neue Therapieoptionen für ästhetische & medizinische Anwendungen.






Dr. Hans-Ulrich Jabs, MD, PhD, MACP-ASIM,
Facharzt für Innere Medizin, Geriatrie & Biochemiker,
American College of Physicians – American Society of Internal Medicine
KZAR – Kompetenzzentrum Autonome Regulationsmedizin
Medical Advisor, Swiss Health & Nutrition AG, St. Gallen
© 2025, Dr. HU Jabs.