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Alles ist gut, wenn’s unter Lake ruht.

In einer Welt, die uns ständig fordert, uns hetzt und unseren Vagusnerv unter Dauerstress setzt, gibt es eine stille, kraftvolle Antwort aus der Küche: das Fermentieren.

Während die 21-Tage-Vagus-Kur uns lehrt, den Parasympathikus zu aktivieren, den Atem zu verlangsamen und den Körper in den „Rest-and-Digest“-Modus zu bringen, liefern probiotische Lebensmittel die mikrobiellen Verbündeten, die diese innere Ruhe von innen heraus verstärken.

Unser Mikrobiom kommuniziert ständig mit dem Gehirn – über die Gut-Skin-Brain-Achse.

Psychobiotika, also jene probiotischen Bakterien, die Stimmung und Nervensystem beeinflussen, entstehen genau dort, wo Gemüse unter Lake ruht und sich verwandelt

Sie sind lebende Botschafter, die Entzündungen dämpfen, die Darmbarriere stärken und dem Vagusnerv signalisieren: Du kannst loslassen. Alles ist gut.

Die 21 Tage sind eine Einladung, den Körper neu zu kalibrieren.

Fermentierte Lebensmittel unterstützen diesen Prozess auf mehreren Ebenen:

– Sie nähren die nützlichen Bakterien, die den Vagusnerv indirekt beruhigen.
– Sie liefern natürliche Säure und Enzyme, die die Verdauung erleichtern – und damit den Stress der Verdauung reduzieren.
– Sie machen spürbar, was die Kur lehrt: Transformation braucht Zeit, Stille und die richtigen Bedingungen.

– 1 kg Weißkohl
– 1–2 TL frischer oder getrockneter Kurkuma (je nach Intensität)
– 1–2 TL frischer Ingwer, fein gerieben
– 15–20 g unjodiertes Salz (ca. 1,5–2 % des Gemüsegewichts)
– Optional: 1 kleine Karotte, etwas Knoblauch oder ein paar schwarze Pfefferkörner

1. Kohl waschen, den Strunk entfernen und fein hobeln oder schneiden.
2. Mit Salz, Kurkuma und Ingwer in einer großen Schüssel verkneten, bis ausreichend Saft austritt und die Masse glänzt.
3. Fest in ein sauberes Fermentierglas drücken, sodass die Lake alles bedeckt. Eventuell ein Gewicht auflegen.
4. Bei Raumtemperatur 7–14 Tage fermentieren lassen. Täglich nachschauen und gegebenenfalls nachdrücken.
5. Wenn der Geschmack lebendig-säuerlich und angenehm würzig ist: in den Kühlschrank stellen.

Jedes Mal, wenn du den Deckel öffnest und den charakteristischen Duft wahrnimmst, erinnerst du dich: Unter der Lake entsteht etwas Neues. Ruhig. Unaufhaltsam. Gut.

In den nächsten 21 Tagen darfst du nicht nur atmen, spazieren und spürendu darfst auch fermentieren. Lass ein Glas auf der Küchenzeile stehen. Beobachte, wie aus einfachem Kohl etwas Lebendiges wird.

Welche fermentierte Speise begleitet dich durch deine Vagus-Tage? 

Teile dein Glas, deinen Prozess, deine Ruhe.

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Fermentation beeinflusst die Vagusnerv-Aktivität vor allem über die Darm-Hirn-Achse – und zwar positiv, indem sie den Vagustonus (die „Ruhe- und Verdauungs“-Aktivität des Nervs) unterstützen und stärken kann.

Bestimmte Stämme, die in fermentierten Lebensmitteln vorkommen oder durch sie gefördert werden (z. B. Lactobacillus rhamnosus, Lactobacillus plantarum, Bifidobacterium-Arten), erhöhen die Feuerfrequenz vagaler Nervenfasern.

Bei der Fermentation (sowohl im Glas als auch im Darm) entstehen u. a. Acetat, Propionat und Butyrat. Diese SCFAs aktivieren Rezeptoren an vagalen Nervenendigungen (z. B. FFAR3) und steigern die vagale Aktivität

Lebende Kulturen und ihre Stoffwechselprodukte stärken die Schleimhautbarriere und dämpfen niedriggradige Entzündungen. Dadurch wird die cholinerge anti-inflammatorische Reflexbahn des Vagusnervs besser nutzbar – ein Mechanismus, der Stressreaktionen und sympathische Überaktivität dämpfen kann.

Viele Fermentationsbakterien bilden oder fördern GABA, Serotonin-Vorstufen und andere Botenstoffe. Diese können lokal im Darm wirken und über vagale Sensoren Signale an das Gehirn senden.

Multi-Spezies-Probiotika verbesserten in einer kontrollierten Studie bei Depressionspatienten die morgendliche Vagusfunktion (gemessen über Herzratenvariabilität / HRV) signifikant.
– Der regelmäßige Verzehr fermentierter Milchprodukte veränderte in Bildgebungsstudien die Aktivität in limbischen und präfrontalen Hirnregionen.
Fermentierte Lebensmittel (Sauerkraut, Kimchi, Kefir etc.) liefern genau jene Mikroorganismen und Metaboliten, die in den genannten Mechanismen eine Rolle spielen.

Fermentierte Lebensmittel wirken also nicht „magisch“ auf den Vagusnerv, sondern über ein Netzwerk aus:

– lebendigen Mikroben,
– ihren Stoffwechselprodukten (besonders SCFAs),
– einer besseren Darmumgebung und
– einer daraus resultierenden verstärkten parasympathischen Signalgebung.

Deshalb passt der Satz „Alles ist gut, wenn’s unter Lake ruht“ so gut: Die ruhige Transformation im Glas liefert dem Körper Stoffe und Mikroben, die dem Vagusnerv signalisieren können – „Du darfst in den Rest-and-Digest-Modus gehen“.

Dr. Hans-Ulrich Jabs, MD, PhD, MACP-ASIM
Independent Research • Internal Medicine • Geriatrics • Dermatology • Biochemistry • Longevity-Coherence Researcher • Medical Advisor.
©2026, Dr. HU Jabs, SDG.

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