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Werden die Nieren durch Proteinkonzentrate belastet und langfristig geschädigt?

Eine Übersicht zu Proteinkonzentraten, Proteinrestriktion bei Nierenerkrankungen & den Grenzen des Kreatinins als Marker!

Die Nieren spielen eine zentrale Rolle im Stoffwechsel von Proteinen, da sie für die Ausscheidung von Abbauprodukten wie Harnstoff und Ammoniak verantwortlich sind.

In den letzten Jahrzehnten hat die Popularität von Proteinkonzentraten (z. B. Whey-Protein oder andere Nahrungsergänzungsmittel) zugenommen, insbesondere unter Sportlern und Fitnessbegeisterten.

Gleichzeitig gibt es Bedenken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Nierengesundheit.

Dieser Artikel beleuchtet drei zentrale Aspekte: die potenziellen Schäden durch hohe Proteinzufuhr auf die Nieren, die Empfehlungen zur Proteinrestriktion bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD), sowie die Limitationen des Kreatinins als Marker für die Nierenfunktion.

Basierend auf aktuellen Studien wird ein ausgewogener Überblick gegeben, der sowohl Risiken als auch Nuancen berücksichtigt.

Proteinkonzentrate ermöglichen eine hohe Proteinzufuhr, die oft über die empfohlene Tagesdosis von 0,8 g/kg Körpergewicht hinausgeht.

Eine erhöhte Proteinzufuhr kann zu einer glomerulären Hyperfiltration führen, bei der die Nieren (Glomeruli) überlastet werden.

Dies resultiert in einer Erhöhung des intraglomerulären Drucks, was langfristig zu Proteinurie, Glomerulärsklerose und einer Verschlechterung der Nierenfunktion führen kann.

Studien zeigen, dass eine hohe Proteinzufuhr (z. B. >1,3 g/kg) bei gesunden Individuen in der Regel keine signifikanten Schäden verursacht, solange die Nierenfunktion intakt ist.

Allerdings kann sie bei Personen mit vorbestehender Nierenschwäche (z. B. leichte CKD) die Progression der Erkrankung beschleunigen.

Zusammenfassend empfehlen Experten, bei gesunden Personen eine moderate Zufuhr, aber bei Risikogruppen eine Vorsicht walten zu lassen, um Hyperfiltration und metabolische Azidose zu vermeiden.

Bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) wird eine Proteinrestriktion empfohlen, um die Belastung der Nieren zu reduzieren und die Progression der Erkrankung zu verlangsamen.

Das Serumkreatinin ist ein gängiger Marker für die Nierenfunktion, da es ein Abbauprodukt des Muskelstoffwechsels ist und von den Nieren ausgeschieden wird.

Eine Erhöhung deutet auf eine reduzierte GFR hin.

Allerdings hat Kreatinin erhebliche Limitationen: Es reagiert verzögert auf Veränderungen der Nierenfunktion (bis zu 24–48 Stunden nach einer akuten Schädigung), was es ungeeignet für die Früherkennung macht.

Hohe Proteinzufuhr durch Konzentrate kann bei vulnerablen Gruppen die Nieren schädigen.

Kreatinin bleibt ein nützlicher, aber unvollständiger Marker.

Zukünftige Forschung sollte sich auf personalisierte Ernährungsstrategien und bessere Biomarker konzentrieren, um Prävention & Therapie zu optimieren.

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Dr. Hans-Ulrich Jabs, MD, PhD, MACP-ASIM
Facharzt für Innere Medizin, Geriater & Biochemiker
American College of Physicians – American Society of Internal Medicine
Hippokrates Kochclub® 
KZAR – Kompetenzzentrum für Autonome Regulationsmedizin
©2026, Dr. HU Jabs.

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