Sanofi testet bereits mRNA-basierte Ansätze an hunderten Probanden. Der Pharmariese investiert jährlich fast eine halbe Milliarde US-Dollar in sein mRNA-Zentrum für klinische Entwicklungen. Ursprünglich für COVID-19 gestartet, richtet sich die Pipeline längst auf Influenza, Krebs, Infektionskrankheiten – und nun auch Hauterkrankungen.
Doch wo stehen eigentlich die Dermatologen?
Während internationale Fachzeitschriften über mRNA-Therapien weit über Corona hinaus berichten (Wang, 2024), scheint die Hautmedizin in Deutschland in den letzten fünf Jahren in einem Dornröschenschlaf gewesen zu sein.
⚠️ Wichtige Fragen, die gestellt werden müssen:
- Spikeproteine & Hautschäden: Es gibt Hinweise, dass SARS-CoV-2 und möglicherweise auch Impfreaktionen die Haut schädigen können.
- Lipid-Nanopartikel (LNPs): Studien zeigen, dass LNPs nicht nur lokal wirken, sondern sich im Körper verteilen können (Pateev et al., 2023). Welche Folgen hat das für Stammzellen der Haut?
- Ethik vs. Profit: Erinnern sich Ärztinnen und Ärzte noch an die Genfer Deklaration – oder sehen viele erneut nur Dollarzeichen?
Während Sanofi & Co. neue „Innovationen“ feiern, müssen wir kritisch bleiben: Ist eine mRNA-Impfung gegen Akne ein medizinischer Fortschritt – oder eine gefährliche Überschreitung der Grenzen zwischen Therapie & Experiment?
👉 Dermatologen, es ist Zeit aufzuwachen!
👉 Patientinnen, stellt Fragen, bevor ihr die „neue Wundertherapie“ in eure Haut spritzen lasst!
Whitepaper: mRNA-Impfung gegen Akne: Innovation oder ethische Grenzüberschreitung?
Die Entwicklung von mRNA-basierten Impfstoffen und Therapien gilt als eine der größten biomedizinischen Innovationen der letzten Dekade. Während die Technologie durch die COVID-19-Pandemie in den Fokus rückte, arbeiten Pharmaunternehmen inzwischen intensiv an neuen Indikationen – darunter auch dermatologische Anwendungen wie Akne.
Sanofi testet bereits mRNA-basierte Ansätze an mehreren hundert Probanden. Diese Entwicklungen werfen Fragen auf:
Sind Dermatologen ausreichend informiert? Wie sicher sind mRNA-Technologien in Bezug auf Haut & Stammzellen? Und welche Rolle spielt die ärztliche Verantwortung im Spannungsfeld zwischen medizinischer Innovation und ökonomischen Interessen?
Der Stand der mRNA-Technologie
mRNA-Vakzine haben sich seit 2020 als wirksames Instrument gegen Infektionskrankheiten etabliert. Nach den Erfolgen gegen SARS-CoV-2 investieren große Pharmaunternehmen massiv in den Ausbau dieser Plattformtechnologie (Wang, 2024).
Sanofi betreibt seit 2021 ein eigenes „mRNA-Center of Excellence“ und strebt bis 2025 sechs klinische Kandidaten an (C&EN, 2021).
Die Pipeline umfasst nicht nur Infektionskrankheiten wie Influenza, sondern auch Krebsimmuntherapien (Lorentzen et al., 2022) und zunehmend Anwendungen in anderen medizinischen Bereichen.
Dermatologische Indikationen, darunter entzündliche Hauterkrankungen, sind eine logische Erweiterung dieser Strategie.
Dermatologische Relevanz – Akne und darüber hinaus
Akne ist eine der weltweit häufigsten Hauterkrankungen. Klassische Therapien umfassen topische Retinoide, Antibiotika oder Isotretinoin.
Eine vakzinologische Strategie gegen Akne könnte einen Paradigmenwechsel darstellen.
In der Fachpresse wurde jüngst berichtet, dass Sanofi bereits rund 400 Probanden für mRNA-Studien rekrutiert hat (ELLE, 2024, populärwissenschaftlich berichtet).
Doch auffällig ist, dass viele Dermatologen in den letzten Jahren nur am Rande an der internationalen Diskussion um mRNA-Technologien teilgenommen haben.
In Fachzeitschriften finden sich bereits umfangreiche Diskussionen zu Chancen und Risiken von mRNA-Plattformen (Ren, 2025).
Die Frage ist: Haben die Dermatologen zu lange gezögert, sich dieses Wissen anzueignen?
Sicherheits- & Nebenwirkungsdiskussion
Spikeproteine & Hautschäden
SARS-CoV-2 ist bekannt dafür, Hautmanifestationen hervorzurufen. Unklar bleibt, inwieweit Spikeproteine, die durch Infektion oder Impfung produziert werden, zur Hautschädigung beitragen können. Hierzu fehlen noch systematische Studien.
Lipidnanopartikel (LNPs)
Ein zentrales Element der mRNA-Technologie sind Lipidnanopartikel, die die mRNA stabilisieren und in Zellen einschleusen. Neuere Übersichtsarbeiten zeigen, dass LNPs nicht nur lokal, sondern auch systemisch verteilt werden können (Pateev et al., 2023).
Dies wirft Fragen hinsichtlich möglicher Langzeitwirkungen auf Stammzellen der Haut und die Hautbarriere auf.
Immunologische Besonderheiten
mRNA kann selbst als Adjuvans wirken, da sie starke Immunreaktionen auslöst (Pardi & Weissman, 2017). Während dies in der Onkologie gewünscht ist, könnte es bei chronisch entzündlichen Hautkrankheiten problematisch werden.
Ethische Dimension
Mit der ärztlichen Approbation verpflichten sich Mediziner zur Genfer Deklaration: „Die Gesundheit meiner Patientinnen und Patienten wird mein oberstes Anliegen sein.“
Die schnelle Übersetzung hochriskanter Technologien in ästhetische oder nicht lebensbedrohliche Indikationen wie Akne wirft ethische Fragen auf:
- Ist es vertretbar, experimentelle Impfstoffe bei jungen, gesunden Menschen mit Akne einzusetzen?
- Droht hier eine Kommerzialisierung vor Evidenz?
- Welche unabhängigen Kontrollinstanzen sichern die Langzeitfolgen?
- Wird wieder einmal eine neue, unerprobte Technologie als Lifestyle-Spritze in der dermatologischen Ästhetik als Nachfolger der ‚Botox-Spritze‘ medienwirksam gefeiert?
Die mRNA-Technologie eröffnet faszinierende Möglichkeiten auch für die Dermatologie.
Doch der Einsatz bei Erkrankungen wie Akne muss kritisch hinterfragt werden – sowohl hinsichtlich klinischer Evidenz als auch ärztlicher Verantwortung.
Dermatologen sollten sich nicht von pharmazeutischen Versprechungen blenden lassen, sondern internationale Literatur kritisch rezipieren, um informierte und ethisch verantwortbare Entscheidungen treffen zu können.
Literaturverzeichnis (Auswahl)
- C&EN. (2021). Sanofi to build up mRNA vaccine center. Link
- Lorentzen, C., Haanen, J., Met, Ö., & Svane, I. (2022). Clinical advances and ongoing trials of mRNA vaccines for cancer treatment. The Lancet Oncology. Link
- Pardi, N., & Weissman, D. (2017). Measuring the Adjuvant Activity of RNA Vaccines. Methods in Molecular Biology. Link
- Pateev, I., Seregina, K., Ivanov, R., & Reshetnikov, V. (2023). Biodistribution of RNA Vaccines and of Their Products: Evidence from Human and Animal Studies. Biomedicines. Link
- Ren, X. (2025). mRNA Vaccines: Structure, Mechanism and Applications. Theoretical and Natural Science. Link
- Wang, K. (2024). Mechanism of mRNA vaccine, current study and direction of development. Theoretical and Natural Science. Link
Dr. Hans-Ulrich Jabs, MD, PhD, MACP-ASIM,
Facharzt für Innere Medizin, Geriatrie & Biochemiker,
American College of Physicians – American Society of Internal Medicine
KZAR – Kompetenzzentrum Autonome Regulationsmedizin
©2025, Dr. HU Jabs.

