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Palmitoylethanolamid (PEA) – Durchbruch in der Schmerztherapie oder das nächste Marketing-Märchen aus der NEM-Schublade?

🧠 Was ist Palmitoylethanolamid (PEA)?

Palmitoylethanolamid (PEA) ist ein körpereigenes Lipid, das im Rahmen von Entzündungsreaktionen gebildet wird. Es gehört zur Familie der N-Acylethanolamine und wirkt über PPAR-α, Cannabinoid-Rezeptoren (CB1), TRPV1 und beeinflusst Immunzellen, Mastzellen und Gliazellen.

Schmerz ist nicht einfach nur “unangenehm”. Er ist eine Warnfunktion – die Sirene des Körpers. Doch moderne Schmerztherapie betäubt oft nur, ohne Ursachen zu klären. Chronischer Schmerz führt zur Ausbildung eines sogenannten Schmerzgedächtnisses im zentralen Nervensystem.

Die Lösung? Medikamente, Operationen oder ein molekularer Reset?

PEA zeigt in Studien:

PEA wird als Nahrungsergänzung (z.B. Normast®) verkauft – rezeptfrei, “natürlich”, “ohne Nebenwirkungen”.

Studien zeigen zwar geringe bis keine Nebenwirkungen, aber auch:

⚠️ Kritik: Normast®unter der Lupe – was sagt das arznei-telegramm?

Das arznei-telegramm (2012) äußert sich deutlich skeptisch zur Vermarktung von Palmitoylethanolamid unter dem Markennamen Normast®:

Die Redaktion warnt daher vor einer voreiligen Anwendung und empfiehlt kritische Zurückhaltung, bis hochwertige, unabhängige Studien mit klinisch relevanten Endpunkten vorliegen.

“Wissenschaft ohne kritische Bewertung wird zur Werbebroschüre.”

Während Normast®, ein kaum geprüftes Nahrungsergänzungsmittel mit unzureichender klinischer Evidenz, als „hochwirksames Schmerzmittel“ auf Fachkongressen beworben wird – und dabei sogar eine Pharmazentralnummer (PZN) erhält –

wird das essentielle Spurenelement Lithium weiterhin unter Rezeptpflicht gestellt. Und das trotz wachsender Hinweise auf neuroprotektive, antidepressiv wirksame & sogar antiinflammatorische Effekte in Mikro- und Ultramikrodosen.

Man fragt sich:

Denn was man verschreibt, kann man nicht frei kaufen. Und was man frei kaufen kann, wird weniger reguliert – aber auch weniger erforscht.

Eine echte Gesundheitspolitik im Dienst des Menschen müsste:

Normast® wird hofiert, Lithium wird blockiert. Die EU misst mit zweierlei Maß – und Patienten zahlen den Preis.

Das, S., & Balakrishnan, R. (2024). Mechanisms and clinical applications of palmitoylethanolamide in neuroinflammatory disorders.

Costa, B., Bettoni, I., & Giagnoni, G. (2008). The endogenous fatty acid amide palmitoylethanolamide has anti-inflammatory and neuroprotective properties. 

di Cesare Mannelli, L., D’Agostino, G., & Ghelardini, C. (2013). Palmitoylethanolamide is a disease-modifying agent in peripheral neuropathy: Behavioral and morphological study in a model of oxaliplatin-induced neurotoxicity. 

Viña, J. R., & López-Moreno, J. A. (2025). Meta-analysis of palmitoylethanolamide in pain management: Efficacy and safety across clinical studies. 

Luongo, L., Guida, F., & Bellini, G. (2013). Palmitoylethanolamide reduces formalin-induced pain and spinal glial activation: involvement of PPAR-α. 

Sivakumar, D., Damini, N., & Sharma, R. (2025). Assessing the effectiveness of add-on therapy of palmitoylethanolamide in diabetic neuropathy: A randomized clinical trial.
 
arznei-telegramm Redaktion (2012). Normast®: Nahrungsergänzung gegen Schmerz? arznei-telegramm, 46(11), 109–110.

Dr. Hans-Ulrich Jabs, MD, PhD, MACP-ASIM,
Facharzt für Innere Medizin, Geriatrie & Biochemiker,
American College of Physicians – American Society of Internal Medicine
KZAR – Kompetenzzentrum Autonome Regulationsmedizin
©2025, Dr. HU Jabs.

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