đ Welche Frequenzen emittieren Windkraftanlagen?
Windkraftanlagen erzeugen tieffrequenten Schall, vor allem im Bereich <100 Hz, wobei ein Teil unter die Grenze von 20 Hz fĂ€llt â also Infraschall. Diese Emissionen entstehen durch den Luftstrom an den RotorblĂ€ttern sowie durch Vibrationen im Turm und Getriebe (Krainer et al., 1999).
Was sagt die aktuelle âWissenschaftâ?
đ Infraschall & Schumann-Resonanzen â gibt es eine Verbindung?
- Schumann-Resonanzen sind natĂŒrliche elektromagnetische Wellen in der AtmosphĂ€re (hauptsĂ€chlich bei 7.83 Hz), ausgelöst durch Blitze zwischen Erde und IonosphĂ€re.
- Sie liegen im ultratiefen Frequenzbereich (ELF) â Ă€hnlich wie Windkraft-Infraschall.
- Es gibt keinen direkten physikalischen Zusammenhang zwischen mechanischem Infraschall von WindrÀdern und elektromagnetischen Schumann-Wellen.
- Jedoch spekulieren einige Theorien ĂŒber biologische Resonanzeffekte, da z.âŻB. Gehirnwellen im Alpha-Bereich (~8â12 Hz) liegen â dies ist nicht ausreichend wissenschaftlich belegt.
đĄ gibt es eine Resonanz mit 5G?
- 5G nutzt Funkfrequenzen im Bereich von ~700 MHz bis 3.5 GHz (Sub-6) und teils ĂŒber 24 GHz (mmWave) â also Millionen Mal höher als Infraschall oder Schumann-Resonanz.
- Eine Resonanz im physikalischen Sinne mit Infraschall oder Windkraft-Schallfrequenzen ist ausgeschlossen, da die Frequenzbereiche völlig unterschiedlich sind.
- Auch technologische Kopplungseffekte zwischen Windkraftanlagen und 5G-FrequenzbÀndern sind nicht belegt, da Windanlagen keine hochfrequenten elektromagnetischen Wellen abstrahlen.
đ§ Was bedeutet das fĂŒr den Menschen?
- Theorien, wonach Störungen biologischer Rhythmen durch Ăberlagerung von Infraschall, Schumann-Resonanz und 5G auftreten könnten, sind hypothetisch und nicht wissenschaftlich bewiesen.
- Wissenschaftlich nachgewiesen ist bisher nur, dass sehr laute Infraschallquellen körperliche Effekte (z.âŻB. Schwindel, DruckgefĂŒhl) auslösen können â Windkraftanlagen liegen dabei weit unter Grenzwerten (Salt & Hullar, 2010).
đ Und was ist mit Bienen & Pflanzen?
- Es gibt Hinweise, dass elektromagnetische Felder (z.âŻB. durch Mobilfunk) das Magnetfeld-basierte Navigationssystem von Bienen beeinflussen könnten. FĂŒr Windkraftanlagen liegen dazu kaum gesicherte Daten vor.
- Landwirtschaftliche ErtrÀge im Umfeld von Windparks zeigen laut Einzelstudien keine signifikanten negativen Effekte, möglicherweise sogar Mikroklima-Vorteile (Klenert, 2017).
đ Windkraftanlagen erzeugen Infraschall, der theoretisch in den Frequenzbereich von Schumann-Resonanzen fĂ€llt â eine konkrete Resonanzwirkung auf Menschen oder Umwelt ist bisher aber nicht wissenschaftlich belegt. Eine Interaktion mit 5G ist physikalisch ausgeschlossen, da die Frequenzbereiche völlig verschieden sind.
đ Windkraft, Infraschall & EM-Felder: Was wir wissen â und was wir dringend noch erforschen mĂŒssen đ§ đĄđŸđ
đ§Ź Aktueller Forschungsbedarf (Stand 2025)
Trotz zahlreicher Studien bleiben entscheidende WissenslĂŒcken zu den biologischen Effekten von Windkraftanlagen bestehen â insbesondere im Zusammenspiel von Schall, Licht und elektromagnetischen Feldern.
Besonders folgende Themenbereiche sind wissenschaftlich bislang unzureichend untersucht:
đ§ EEG-Studien zu Schumann-Resonanzen, Infraschall & EM-Feldern
- Schumann-Resonanzen (~7.83 Hz) liegen im Frequenzbereich menschlicher Gehirnwellen (v.a. Alpha-Wellen). Es gibt keine belastbaren EEG-Studien, die klĂ€ren, ob kĂŒnstliche elektromagnetische Felder oder Infraschall mit diesen natĂŒrlichen Resonanzen interagieren.
- Infraschall-Exposition durch Windkraftanlagen wurde bisher selten in Verbindung mit elektroenzephalografischen (EEG) VerĂ€nderungen untersucht â insbesondere nicht bei besonders sensiblen Gruppen:
- Jugendliche mit sich entwickelndem Nervensystem
- Ă€ltere Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen (z.âŻB. Demenz, Parkinson)
- Jugendliche mit sich entwickelndem Nervensystem
- Auch der Einfluss von Stroboskop-Lichteffekten (Shadow Flicker) auf EEG-Muster und visuelle Areale im Gehirn ist nicht ausreichend erforscht, obwohl theoretisch visuell getriggerte neurologische Reaktionen möglich sind.
đŸ Ertragsminderung auf landwirtschaftlich genutzten Feldern
- Einzelstudien deuten an, dass WindrĂ€der das Mikroklima durch LuftumwĂ€lzung beeinflussen können (z.âŻB. Temperatur, Taupunkt, Feuchtigkeit).
- Es fehlen jedoch langfristige, systematische Studien, die messen, ob und wie:
- ErnteertrĂ€ge (z.âŻB. Mais, Weizen, Obst) im Umfeld von Windparks abnehmen oder zunehmen,
- Bodenfeuchtigkeit, Pestizidverteilung oder BestÀubung durch Windrad-induzierte StrömungsverhÀltnisse verÀndert werden.
- ErnteertrĂ€ge (z.âŻB. Mais, Weizen, Obst) im Umfeld von Windparks abnehmen oder zunehmen,
đđ± Einfluss elektromagnetischer Felder (EMF) auf Ăkosysteme
- Die Auswirkungen von EM-Feldern auf Tiernavigation, Pflanzenwachstum & mikrobielle BodenaktivitÀt sind bislang nur punktuell untersucht.
- Konkreter Forschungsbedarf besteht zu:
- đ Orientierung von Bienen, Vögeln und FledermĂ€usen, die teilweise magnetfeldgesteuert navigieren.
- đż Wirkung schwacher EMF auf Pflanzen, etwa auf Keimung, Photosynthese oder Zellwachstum.
- đŠ Mikroökologie im Boden, z.âŻB. VerĂ€nderungen im Pilz-Bakterien-VerhĂ€ltnis oder Stickstoffbindung.
- đ„ Chronische Belastung des Menschen durch EMF in lĂ€ndlichen Gebieten mit mehreren Windparks und 5G-Sendeeinrichtungen â besonders in Kombination mit Infraschall.
- đ Orientierung von Bienen, Vögeln und FledermĂ€usen, die teilweise magnetfeldgesteuert navigieren.
đ Mehr Forschung fĂŒr mehr Sicherheit
Die biologische Wirkung von Infraschall, Stroboskoplicht und elektromagnetischen Feldern ist nicht pauschal gefĂ€hrlich, aber noch nicht abschlieĂend geklĂ€rt â vor allem nicht fĂŒr vulnerable Gruppen und komplexe Ăkosysteme.
Es braucht:
- EEG-Feldstudien an Jugendlichen und kranken Àlteren Menschen
- Langzeitbeobachtungen zur Ernteentwicklung in Windpark-NĂ€he
- InterdisziplinÀre Studien zu EMF-Wirkungen auf Flora, Fauna & Mikrobiome
đ§ Elektromagnetische Felder & biologische Effekte
Kommunikation von Windkraftanlagen:
- WindrĂ€der selbst erzeugen keine âKommunikationâ im klassischen elektromagnetischen Sinn, können aber durch elektronische Steuerung, Generatoren und Netzeinspeisung EM-Felder im Bereich von Hz bis MHz emittieren.
Einfluss auf Gehirn und Orientierung:
- Elektromagnetische Felder können in hohen FeldstĂ€rken EEG-Muster verĂ€ndern â jedoch liegen die Emissionen von Windkraftanlagen in der Regel weit unter biologisch relevanten Schwellen (Arps & Scheibe, 2005).
- Die Orientierung von Zugvögeln und Bienen basiert unter anderem auf dem Erdmagnetfeld â Störungen durch kĂŒnstliche Felder in der NĂ€he (z.âŻB. Hochspannungsleitungen) können potenziell Orientierungsfehler auslösen, aber spezifische Studien zu Windkraftanlagen fehlen bislang.
đ Auswirkungen auf Tiere & Landwirtschaft
Bienen & Zugvögel:
- FĂŒr Bienen wird ein Einfluss von elektromagnetischen Feldern auf das magnetische Orientierungssystem diskutiert, allerdings sind Studienergebnisse widersprĂŒchlich. Spezifisch zu Windkraftanlagen fehlen direkte Untersuchungen.
- Ăhnlich ist es bei Zugvögeln: Ein Einfluss auf magnetische Navigation ist biologisch plausibel, aber es fehlen eindeutige Beweise aus Feldstudien.
Einfluss auf landwirtschaftliche ErtrÀge:
- Es gibt bislang keine belastbaren wissenschaftlichen Belege dafĂŒr, dass Windkraftanlagen die ErtrĂ€ge umliegender Felder durch Infraschall, EM-Felder oder andere Mechanismen direkt beeinflussen.
Infraschall & elektromagnetische Felder von Windkraftanlagen liegen meist unterhalb bekannter biologischer Schwellen.
Dennoch gibt es offene Fragen zu sensiblen biologischen Systemen â etwa der Orientierung von Tieren oder neurophysiologischen Effekten beim Menschen.
Es besteht weiterer Forschungsbedarf, besonders im Hinblick auf Langzeiteffekte und sensible Individuen.
đ Handlungsbedarf: Schutz vor elektromagnetischer Strahlung
Auch wenn viele Studien keine akuten Gesundheitsrisiken durch niederfrequente oder hochfrequente EMF nachweisen konnten, gibt es wachsenden wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Konsens darĂŒber, dass vorsorglicher Schutz fĂŒr empfindliche Gruppen notwendig ist â insbesondere bei dauerhafter, kumulativer Belastung in StĂ€dten und Wohngebieten.
đ„ Schutz von vulnerablen Einrichtungen: Abschirmung & Vorsorge
KrankenhĂ€user, Pflegeheime, Kitas und Schulen beherbergen besonders empfindliche Menschen â z.âŻB. Schwerkranke, Ăltere, SĂ€uglinge oder Jugendliche.
MaĂnahmen könnten beinhalten:
- EMF-Abschirmungen an Fenstern und Fassaden (z.âŻB. mit metallbedampften GlĂ€sern oder Abschirmputzen)
- Einrichtung strahlungsarmer RuherÀume in Kliniken und Reha-Zentren
- Abstandsvorgaben fĂŒr neue 5G- oder Mobilfunksendeanlagen zu sensiblen Einrichtungen
- baubiologische Gutachten bei der Planung neuer öffentlicher GebÀude
đ§Â Kinder, Jugendliche & EM-Strahlung: AufklĂ€rung & Alltagsverhalten
- SĂ€uglinge und Kinder reagieren empfindlicher auf EM-Felder, da ihr Nervensystem und Zellstoffwechsel sich noch entwickeln.
- Warnhinweis: âMĂŒtter mit Handy am Ohr schieben den Kinderwagenâ ist mehr als nur ein Bild â die Strahlungsbelastung in unmittelbarer NĂ€he des Kindes kann erhöht sein.
- AufklĂ€rung ĂŒber:
- Verwendung von Kopfhörern statt Direkttelefonie
- Smartphone-freie Zonen in Kitas und Schulen
- Verzicht auf WLAN-Babyphones oder Bluetooth-Spielzeug in der NĂ€he von Kleinkindern
- Verwendung von Kopfhörern statt Direkttelefonie
đïžÂ Strahlung in Mietwohnungen & Wohngebieten: Transparenz & Rechte
- 5G- und Mobilfunksendeanlagen werden oft ohne öffentliche Diskussion auf DÀchern von WohngebÀuden installiert.
- Forderung nach:
- Veröffentlichungspflicht von 5G-Standorten auf kommunaler Ebene
- Online-Zugriff auf StrahlungsintensitĂ€t pro Wohnbereich (z.âŻB. mit interaktiven Karten)
- Recht auf Mietminderung, wenn Strahlungswerte nachweislich ĂŒber Richtwerten liegen
- Pflicht zur EMF-Messung bei Neuvermietung, Àhnlich wie Energieausweise
- Veröffentlichungspflicht von 5G-Standorten auf kommunaler Ebene
đïžÂ Baubiologische Stadtplanung & Strahlungshygiene
Ein zukunftsorientiertes Konzept fĂŒr âstrahlungshygienische StĂ€dteâ könnte beinhalten:
- Zonierung von EMF-intensiven und EMF-armen FlÀchen
- Einsatz von Lichtwellen- statt Funklösungen im öffentlichen Raum (z.âŻB. LiFi statt WLAN)
- Digitalisierung mit RĂŒcksicht auf biologische Systeme
- Integration von begrĂŒnten FlĂ€chen und WasserflĂ€chen, die als natĂŒrliche EM-Feld-DĂ€mpfer wirken
đ§Ș Entwicklung von MessgerĂ€ten & Citizen Science: EM-Watch
- Die Entwicklung kompakter, individueller MessgerĂ€te fĂŒr elektromagnetische Felder (âEM-Watchâ) ist ein zentrales Element fĂŒr:
- Selbstschutz in Alltag, Beruf und Wohnung
- Transparenz und BĂŒrgerbeteiligung bei Ausbau von 5G & Funkinfrastruktur
- Aufbau crowdbasierter Strahlungskarten (Àhnlich wie LuftqualitÀtskarten)
- Selbstschutz in Alltag, Beruf und Wohnung
- GerĂ€te könnten z.âŻB. Strahlung im 2Gâ5G, WLAN, Bluetooth und DECT-Bereich messen, mit GPS-Tracking und App-Anbindung
đ Strahlung ist unsichtbar â aber unsere Verantwortung ist klar sichtbar
Ob Windrad, 5G oder Babyphone â elektromagnetische Strahlung gehört zur modernen Welt.
Umso wichtiger ist ein vorsorgender, transparenter und technologisch fundierter Umgang, besonders fĂŒr Kinder, Kranke und sensible LebensrĂ€ume.
Wissenschaft, StĂ€dtebau und Technik mĂŒssen jetzt gemeinsam Strahlungshygiene als Leitprinzip ernst nehmen.
Dr. Hans-Ulrich Jabs, MD, PhD, MACP-ASIM,
Facharzt fĂŒr Innere Medizin, Geriatrie & Biochemiker,
American College of Physicians â American Society of Internal Medicine
KZAR â Kompetenzzentrum Autonome Regulationsmedizin
©2025, Dr. HU Jabs.
