Aesthetic Medicine


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Das Gesetz des Minimums!

TORC1 ist ein Proteinkomplex, der mTOR und einige andere assoziierte Proteine mit einschließt. Dieser Komplex fungiert in der Zelle als Sensor für den Status von Nährstoffen, oxidativem Stress und Energie. Kontrolliert wird dieser Komplex durch Insulin, Wachstumshormone, oxidativem Stress und Aminosäuren, hier besonders durch Leucin.

Ein aktiviertes TORC1 aktiviert seinerseits die Proteinbiosynthese. Um eine Zelle wachsen zu lassen, müssen eine Reihe von Ressourcen für die Proteinbiosynthese vorhanden sein, wie genug zelluläre Energie in Form von ATP, Sauerstoff, Nährstoffe, die richtigen Wachstumsfaktoren und so weiter. mTOR ist ebenfalls ein Protein, das eine Reihe von Aktivitäten der Zelle reguliert, wie das Zellwachstum, Zellteilung, Zellmotilität, das Überleben der Zelle, Proteinbiosynthese und Transkription bei der Biosynthese.
Wenn also aufgrund der anspruchsvollen Anforderungen für die Aktivierung von TORC1 – ATP, Sauerstoff, Nährstoffe, die richtigen Wachstumsfaktoren und so weiter – ein Faktor fehlt, dann bleibt die Aktivierung von TORC1 aus. Und das genau geschieht beim Fehlen von Nährstoffen wie sie mit einer Kalorienrestriktion einhergehen.
http://www.cell.com/cell-reports/fulltext/S2211-1247(14)00729-3


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Das Gehirn: Schaltstelle zwischen Innerer Medizin und Neurologie  

DGIM aktuell 3/2017.

 Langlebigkeit gelingt nur dann wirklich gut, wenn – trotz meist mehrerer chronischer Erkrankungen – Körper und Geist ihre Funktionalität derart erhalten können, dass ein Lebenmit erfüllender sozialer Teilhabe möglich bleibt. Ab dem 80. Lebensjahr sind es jedoch die Einschränkungen in den Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) sowie kognitive Einbußen, die quantitativ massiv ansteigen und gerade eine soziale Teilhabe gefährden.
Vor Kurzem – am 21. September 2017 – fand der diesjährige Welt-Alzheimertag statt. Im Volksmund heißt es gerne: „Er oder sie hat Alzheimer“. Immer mehr kristallisiert sich aber heraus, dass Mischformen aus der Alzheimer- Demenz und vaskuläre Demenzen in all ihren Ausprägungen – so auch der Schlaganfall – oft gleichzeitig an den kognitiven Einbußen wie auch den Verhaltensstörungen pathophysiologisch beteiligt sind. 

Internisten werden täglich mit vaskulären Risikofaktoren und deren Komplikationen konfrontiert. Diese sind auch integraler Bestandteil internistischer Therapien. Doch auch die Alzheimer-Demenz zeigt viele Bezüge zur Inneren Medizin. Genannt seien hier der Zusammenhang zwischen Hypercholinesterinämie sowie Diabetes mellitus – nicht nur mit vaskulären Demenzen, sondern auch der Demenz vom Alzheimer-Typ. Weiter sind die Amyloid-Plaques, die im Gehirn gefunden werden, durch eine Gruppe von Mikrogliazellen umgeben – also von Entzündungszellen im Zentralnervensystem.

Auch die Ernährungsmedizin interferiert stark mit den Demenzerkrankungen – beispielsweise weil eine ausgewogene Ernährung reich an Anti-Oxidantien präventiv gegen kardio-vaskuläre Erkrankungen und gegen die Alzheimer- Demenz wirkt. Im Laufe der Progression einer Demenzerkrankung spielen Ernährungsprobleme immer eine Rolle, bis zu ethischen Fragen der Ernährung – zum Beispiel über eine perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG) – am Ende des Lebens. Rezente Daten betonen auch den engen Zusammenhang mit dem Mikrobiom, gastrointestinalen neuralen Veränderungen und einer weiteren neurodegenerativen Erkrankung, dem M. Parkinson.

„Mens sana in corpore sano“ – etwas plakativ ausgedrückt könnte man sagen: Der Geist folgt dem Körper und nicht umgekehrt, entwicklungsgeschichtlich vielleicht gar nicht so un- gewollt. Auf alle Fälle gilt es, die kollegialen Verflechtungen zwischen Innerer Medizin und Neurologie zu pflegen, gerade in Zeiten großer demographischer Veränderungen. 
Hier spiegelt sich das Leitthema des Kongresses 2018 wider, dass die Innere Medizin die Medizin für den ganzen Menschen darstellen kann und soll. 

Wie oben dargelegt, sind präventive Ansätze zur Vermeidung respektive Verzögerung demen- tieller Erkrankungen von Nöten. Epidemiologische Studien, die Ansätze zur Prävention ganz allgemein eröffnen oder auch Interventionsstudien, die die Umsetzung solcher Ansätze zum Ziel haben, sind auch der Fokus des von der DGIM vergebenen Präventionspreises. Wir freuen uns sehr auf viele interessante Bewerbungen.

In den letzten Presidental News wünschte ich Ihnen viel Sommersonne. Nun kommt die Zeit der „Farbenlehre“ wie auch die der Erntezeit. Kosten Sie von dieser – ja, ich kann es nicht lassen – anti-oxidativen Fülle!

Ihr Cornel C. Sieber, Nürnberg und Regensburg

Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) 2017/2018


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Antonio Cherubini: „Wir brauchen eine europäische Zusammenarbeit und eine globale Bewertung für ältere Bluthochdruck-Patienten“

Bluthochdruck ist ein ständiges Thema, für das eine moderne Problemlösung gesucht wird. Auch sind viele Hypertonie-Richtlinien nicht präzise genug. „Hier werden Patienten zwischen 65 und 80 Jahren auf gleiche Weise betrachtet wie solche im Alter über 80 Jahren, obwohl letztere häufiger auch unter anderen Erkrankungen leiden und gebrechlicher sind“, kritisiert Professor Antonio Cherubini, Chefarzt des Geriatric Hospital IRCCS-INRCA in Ancona und Professor für Gerontologie und Geriatrie an der Universität von Perugia.

Beim Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) in Frankfurt am Main präsentiert der renommierte Geriater aus Italien mögliche Lösungen dafür, wie Geriater differenzierter vorgehen können. Seine Keynote-Lecture „Diagnostic and therapeutic strategies for hypertension in geriatric patients“ wird mit Spannung erwartet.

Die differenzierte Betrachtung fängt schon bei der Diagnostik an. „Bei geriatrischen Patienten sollten Standardmethoden zur Messung des Blutdrucks durch eine globale, also umfassende Bewertung ergänzt werden, die eine Einschätzung der individuellen Gebrechlichkeit, d. h. der Frailty, einschließt“, fordert Professor Cherubini. Liegt eine Frailty vor, sollte eine umfassende geriatrische Bewertung durchgeführt werden, ein sogenanntes „Comprehensive geriatric assessment“ (CGA). Um einen individuell geschneiderten Behandlungsplan zu entwickeln, werden neben medizinischen und psychologischen Faktoren des Patienten auch sein soziales Umfeld und seine funktionellen Fähigkeiten beurteilt.

Hypertonie-Therapie muss maßgeschneidert sein

Hypertonie-Patienten, die mindestens 80 Jahre alt und nachgewiesen gesund sowie funktionell ohne Beschränkungen sind, könnten nach aktuellen Empfehlungen auf identische Weise behandelt werden wie Patienten zwischen 65 und 80 Jahren. Die Therapie für ältere Patienten mit Bluthochdruck, bei denen eine Frailty festgestellt wird, müsse dagegen anders aussehen: „Weil es nicht genügend Beweise für die Vorteile der Bluthochdruckbehandlung für Achtzigjährige mit Frailty (Gebrechlichkeit) gibt, sollte die Therapie in dieser Kategorie von Patienten mit einem maßgeschneiderten Ansatz individualisiert werden”, empfiehlt Cherubini. „Basis dafür ist das zuvor durchgeführte CGA, bei dem auch das höhere Risiko für medikamenteninduzierte Nebenwirkungen bei diesen Patienten berücksichtigt wird.

Wünschenswert: eine stärkere internationale Zusammenarbeit in der Altersmedizin!

Professor Cherubini glaubt zudem, dass italienische und deutsche Geriater noch viel voneinander lernen können. „Insbesondere wäre es ratsam, dass sie trotz der Unterschiede in den jeweiligen Gesundheitssystemen die besten Praktiken bei der Betreuung älterer Patienten teilen.” Seiner Meinung nach sollten sie ihre Zusammenarbeit stärken, um auf gesamteuropäischer Ebene ein größeres Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wichtig es ist, das Gesundheitssystem an die Bedürfnisse der rasch anwachsenden alternden Bevölkerung anzupassen.

Zur Person:

Professor Dr. med. Antonio Cherubini ist Chefarzt des Geriatric Hospital IRCCS-INRCA in Ancona sowie Professor für Gerontologie und Geriatrie an der Universität von Perugia. Er gilt als einer der renommiertesten Geriater Italiens. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören unter anderem: die Rolle von Antioxidantien und Mikronährstoffen im Alter, Depression im Alter, Schlaganfall bei älteren Menschen, Pharmakotherapie bei älteren Menschen. Professor Cherubini hat verschiedene Funktionen in nationalen und internationalen Fachgesellschaften und ist Autor einer Vielzahl wissenschaftlicher Beiträge.