Aesthetic Medicine


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Das Gesetz des Minimums!

TORC1 ist ein Proteinkomplex, der mTOR und einige andere assoziierte Proteine mit einschließt. Dieser Komplex fungiert in der Zelle als Sensor für den Status von Nährstoffen, oxidativem Stress und Energie. Kontrolliert wird dieser Komplex durch Insulin, Wachstumshormone, oxidativem Stress und Aminosäuren, hier besonders durch Leucin.

Ein aktiviertes TORC1 aktiviert seinerseits die Proteinbiosynthese. Um eine Zelle wachsen zu lassen, müssen eine Reihe von Ressourcen für die Proteinbiosynthese vorhanden sein, wie genug zelluläre Energie in Form von ATP, Sauerstoff, Nährstoffe, die richtigen Wachstumsfaktoren und so weiter. mTOR ist ebenfalls ein Protein, das eine Reihe von Aktivitäten der Zelle reguliert, wie das Zellwachstum, Zellteilung, Zellmotilität, das Überleben der Zelle, Proteinbiosynthese und Transkription bei der Biosynthese.
Wenn also aufgrund der anspruchsvollen Anforderungen für die Aktivierung von TORC1 – ATP, Sauerstoff, Nährstoffe, die richtigen Wachstumsfaktoren und so weiter – ein Faktor fehlt, dann bleibt die Aktivierung von TORC1 aus. Und das genau geschieht beim Fehlen von Nährstoffen wie sie mit einer Kalorienrestriktion einhergehen.
http://www.cell.com/cell-reports/fulltext/S2211-1247(14)00729-3


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Das Mikrobiom des Menschen – essentiell für Gesundheit und Schönheit

Das Mikrobiom des Menschen ist essentiell für Gesundheit und Wohlbefinden. Störungen durch Konservierungsmittel in Kosmetika und Geräte, die die Hautbarriere schädigen, sind Ursache für chronische Hauterkrankungen.
‚Cutaneous microbiome composition in neonatal life is crucial in shaping adaptive immune responses to skin surface microbiome, and disrupting these interactions by frequent bathing might have enduring health implication.

As infants contact environmental microbiota and as different areas of the skin develop distinct moisture, temperature, and glandular characteristics, individual skin habitats arise with divergent, increasingly diverse microbiota. 
These habitats then continue to transform with puberty, aging, and environmental exposures. The skin is a site of constant dialog between the immune system and skin surface flora (microbiome).‘ Florence Barrett-Hill!


http://www.drjabs.org/


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Das Gehirn: Schaltstelle zwischen Innerer Medizin und Neurologie  

DGIM aktuell 3/2017.

 Langlebigkeit gelingt nur dann wirklich gut, wenn – trotz meist mehrerer chronischer Erkrankungen – Körper und Geist ihre Funktionalität derart erhalten können, dass ein Lebenmit erfüllender sozialer Teilhabe möglich bleibt. Ab dem 80. Lebensjahr sind es jedoch die Einschränkungen in den Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) sowie kognitive Einbußen, die quantitativ massiv ansteigen und gerade eine soziale Teilhabe gefährden.
Vor Kurzem – am 21. September 2017 – fand der diesjährige Welt-Alzheimertag statt. Im Volksmund heißt es gerne: „Er oder sie hat Alzheimer“. Immer mehr kristallisiert sich aber heraus, dass Mischformen aus der Alzheimer- Demenz und vaskuläre Demenzen in all ihren Ausprägungen – so auch der Schlaganfall – oft gleichzeitig an den kognitiven Einbußen wie auch den Verhaltensstörungen pathophysiologisch beteiligt sind. 

Internisten werden täglich mit vaskulären Risikofaktoren und deren Komplikationen konfrontiert. Diese sind auch integraler Bestandteil internistischer Therapien. Doch auch die Alzheimer-Demenz zeigt viele Bezüge zur Inneren Medizin. Genannt seien hier der Zusammenhang zwischen Hypercholinesterinämie sowie Diabetes mellitus – nicht nur mit vaskulären Demenzen, sondern auch der Demenz vom Alzheimer-Typ. Weiter sind die Amyloid-Plaques, die im Gehirn gefunden werden, durch eine Gruppe von Mikrogliazellen umgeben – also von Entzündungszellen im Zentralnervensystem.

Auch die Ernährungsmedizin interferiert stark mit den Demenzerkrankungen – beispielsweise weil eine ausgewogene Ernährung reich an Anti-Oxidantien präventiv gegen kardio-vaskuläre Erkrankungen und gegen die Alzheimer- Demenz wirkt. Im Laufe der Progression einer Demenzerkrankung spielen Ernährungsprobleme immer eine Rolle, bis zu ethischen Fragen der Ernährung – zum Beispiel über eine perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG) – am Ende des Lebens. Rezente Daten betonen auch den engen Zusammenhang mit dem Mikrobiom, gastrointestinalen neuralen Veränderungen und einer weiteren neurodegenerativen Erkrankung, dem M. Parkinson.

„Mens sana in corpore sano“ – etwas plakativ ausgedrückt könnte man sagen: Der Geist folgt dem Körper und nicht umgekehrt, entwicklungsgeschichtlich vielleicht gar nicht so un- gewollt. Auf alle Fälle gilt es, die kollegialen Verflechtungen zwischen Innerer Medizin und Neurologie zu pflegen, gerade in Zeiten großer demographischer Veränderungen. 
Hier spiegelt sich das Leitthema des Kongresses 2018 wider, dass die Innere Medizin die Medizin für den ganzen Menschen darstellen kann und soll. 

Wie oben dargelegt, sind präventive Ansätze zur Vermeidung respektive Verzögerung demen- tieller Erkrankungen von Nöten. Epidemiologische Studien, die Ansätze zur Prävention ganz allgemein eröffnen oder auch Interventionsstudien, die die Umsetzung solcher Ansätze zum Ziel haben, sind auch der Fokus des von der DGIM vergebenen Präventionspreises. Wir freuen uns sehr auf viele interessante Bewerbungen.

In den letzten Presidental News wünschte ich Ihnen viel Sommersonne. Nun kommt die Zeit der „Farbenlehre“ wie auch die der Erntezeit. Kosten Sie von dieser – ja, ich kann es nicht lassen – anti-oxidativen Fülle!

Ihr Cornel C. Sieber, Nürnberg und Regensburg

Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) 2017/2018


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Die intakte STRATUM CORNEUM Barriere ist wichtige Voraussetzung für einen effizienten UV-Schutz

In der Prävention von Hautkrebs ist ein guter Sonnenschutz eine tragende Säule. Hautkrebs (Melanome, aktinische Keratosen, Basaliome und Spinaliome) ist aber das Ergebnis einer langjährigen Schädigung der Haut durch exogene Noxen. UV-Schäden induzieren Störungen des Immunsystems und Dysplasien der epidermalen Zellen. Die Entzündungskaskade wird durch Ausschüttung von Matrix-Metalloproteinasen (MMPs) stimuliert und Gen-Transkriptionsfehler treten auf. Dadurch wird der Startschuss für eine maligne Entartung von Hautzellen gelegt. Die Hautschädigung durch UV-Strahlen wird durch eine defekte St. Corneum Barriere und durch chronische Entzündungen der Dermis und Epidermis noch verstärkt. Matrix-Metalloproteinasen bauen Kollagen, Elastin und Glycosaminoglycane ab und stimulieren Transkriptionsfaktoren, die Keratinozyten- und Melanozyten-Dysplasien fördern. Über 70 % der Erwachsenen mit den Fitzpatrick Hauttypen I-III haben eine gestörte Hautbarriere, die sich durch einen erhöhten Transepidermalen Wasserverlust (TEWL) äußert.

Defekte des Stratum corneum mit einer verminderten Barrierefunktion aktivieren chronische Entzündungsprozesse in der Haut. Barriereschäden werden durch Umwelteinflüsse wie Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen, durch Umweltverschmutzung und durch falsche kosmetische Reinigungs- und Hautpflegeprodukte ausgelöst oder verschlimmert. Alkohole, Vitamin A und C, AHAs in Anti-Aging Produkten können Barriereschäden verursachen und chronische Entzündungen auslösen, ebenso wie kosmetische Verfahren wie Microdermabrasion, Microneedling, Fruchtsäure-Peelings, IPL und Laserbehandlungen. Chronische Hauterkrankungen wie Atopische Dermatitis, Rosacea, Akne, Psoriasis, Aktinische Keratosen, Keratosis pilaris, Ichthyosis und Photoaging sind ebenfalls mit einer defekten Barriere und chronischen Hautentzündungen verbunden.

Alle im Anhang der Kosmetikverordnung (KVO) gelisteten UV-Filter binden an die Corneozyten des St. Corneum und an die Lipide der Hautbarriere. Bei einer defekten und gestörten Barrierefunktion sind die Bindungsstellen für UV-Filter reduziert und die Schutzfunktion der Sonnencremes trotz hohem SPF signifikant vermindert.

Hydratation und Transepidermaler Wasserverlust
Moisturizer und Feuchtigkeit sind für die Elastizität und den Stoffwechsel der Haut notwendig, sie reparieren aber nicht das St. Corneum und die Barriere. Für die Restauration einer gestörten Barriere sind spezifische, hauteigene Lipide in ausreichender, therapeutischer Konzentration notwendig. In einer klinischen Studie mit über 100 kommerziellen Feuchtigkeitscremes verbesserten nur 11 Produkte die Barrierefunktion und reduzierten den Transepidermalen Wasserverlust (TEWL).

In der Pharmazie werden seit Jahrzehnten Produkte mit Membranstrukturen und Liposomen als Wirkstofftransporter eingesetzt. In neuesten Forschungen und Entwicklungen der Pharmazie sind verbesserte Systeme für den transdermalen Transport von Medikamenten und Wirkstoffen entwickelt worden. Die Professoren Dr. Cornelia Keck und Dr. Rainer Müller von der Freien Universität Berlin, Institut für technische Pharmazie, Bio-Pharmaceutics und NutriCosmetics entwickelten neue Transportsysteme für die Dermatologie und Kosmetologie: Nanostructured Lipid Carriers (NLC®) und SmartCrystals®.

Diese Lipidnanopartikel (griech. nanos = Zwerg; 1 mm = 1.000.000 nm) bestehen aus hautbiologischen Lipiden, die bei Raumtemperatur fest sind, aber bei Hauttemperatur schmelzen und die eingekapselten hochaktiven Wirkstoffe durch das Stratum corneum in tiefe Hautschichten transportieren. In der Lipidmatrix der NLC® sind oxidationsempfindliche und schwer lösliche Wirkstoffe geschützt und werden mit einem „Retardeffekt“ beim Auftragen auf die Haut verzögert freigegeben. Die Wirkstoffe konzentrieren sich in hoher Konzentration in der Tiefe der Epidermis.

Die NLC®-Lipidnanopartikel schmelzen bei Hauttemperatur und bilden einen dünnen, atmungsaktiven Schutzfilm auf der Haut. Der transepidermale Wasserverlust (TEWL) bei Neurodermitis konnte in klinischen Studien im Vergleich mit konventionellen Cremegrundlagen signifikant reduziert werden. Die Hautebenheit wurde verbessert und die Schutzbarriere repariert.

SmartCrystals® sind nanopartikuläre Transportsysteme für empfindliche und schwer lösliche Wirkstoffe. Die mit hohen Wirkstoffkonzentrationen beladenen Lipid-Kristalle reparieren Defekte in der Hautbarriere und transportieren die Wirkstoffe durch die Lipidbarriere bis zur Basalschicht und den Hautstammzellen. Dort bildet sich ein Depot mit langanhaltender Wirkstofffreisetzung. Die Smart-Crystals® verbinden sich mit der Hornschicht und haften fest auf der Lipidschicht.

Die neuen Transportsysteme NLC® und SmartCrystals® werden neuerdings in dermatologisch-kosmetischen Formulierungen (EDELWEISS®Landsberg – First Class Aesthetic, Berlin) eingesetzt und unterscheiden sich wesentlich von bisher genutzten Cremegrundlagen in der Kosmetik. Die Haut wird mit hauteigenen Lipiden versorgt, und hocheffiziente Wirkstoffe wie Edelweiß-Extrakte, Rutin, Ubichinon und faltenreduzierende Peptide werden mit den transepidermalen Transportsystemen in tiefe Hautschichten geschleust.

NLC® und SmartCrystals® reduzieren den TEWL um fast 90 % nach kompletten Entfernung des Stratum corneum, was für eine fast vollständige Wiederherstellung der Barrierefunktion spricht. Im gleichen Experiment reduzierte 100 % Vaseline den TEWL nur um 43 %.

Daher sollten moderne barriere-reparierende Pflegeprodukte wie NLCs®, SmartCrystals® und Membrane-Cremes unter Sonnenschutzpräparate vor einem Sonnenbad aufgetragen werden.

Für die Prävention von Hauterkrankungen und UV-Schäden sollten wirksame Sonnenschutzpräparate mit geeigneten barriere-verstärkenden und barriere-reparierenden Pflegeprodukten wie beispielsweise EDELWEISS® kombiniert werden, damit UV-Filtern an Corneozyten und Lipide des St. Corneum binden können. Bei Hauterkrankungen und Barrierestörungen sollte 6 Wochen vor einer UV-Exposition mit einer adäquaten Reparatur der Barriere mit geeigneten Pflegepräparaten begonnen werden. Dabei sollte die Wirksamkeit der Pflegeprodukte durch klinische Studien belegt worden sein.

Boswellia        Bild1

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Literatur:

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Ernährung & Kosmetik – ein gespaltenes Gesundheitsbewußtsein?

„(Charu Bahri) – Während das Interesse an einer biologisch-organischen Ernährung inzwischen sehr gross ist, fehlt dieses Bewusstsein bei Kosmetik- und Körperpflegeprodukten noch fast vollständig. Hinzu kommt, dass die chemischen, oft krebserregenden Inhaltsstoffe nicht einmal auf der Verpackung deklariert sind.

Körperpflegemittel – Ein tödlicher Chemikaliencocktail
Es darf keine gewöhnliche Seife sein. Wir reinigen uns mit einem Gesichts- und Körperpeeling und tupfen unsere Haut trocken. Dann salben wir sie mit revitalisierenden Cremes. Als nächstes kommen ein paar Spritzer Deodorant, um die Körpergerüche zu überdecken. Danach tragen wir vielleicht noch ein paar Tupfer Parfüm- oder Aftershave – Lotion auf. All diese Körperpflegemittel scheinen unerlässlich zu sein. Für etwa die Hälfte unserer erwachsenen und jugendlichen Bevölkerung – ja, ich meine die Frauen – folgt nun eine komplizierte Schminkprozedur: Sonnenschutzcreme, Make-up, Lidschatten, Nagellack etc. Die Liste scheint endlos und kaum einer weiss, wie sehr er seiner Gesundheit damit schadet.

Die Haut – das grösste Organ des Körpers
Wir sind uns nicht darüber im Klaren, dass der Empfänger unserer Eitelkeiten das grösste Organ unseres Körpers ist: unsere Haut. Sie ist nämlich viel mehr, als nur die Abdeckung dessen, was darunter liegt. Die Haut ist eine lebende, atmende Hülle – jedenfalls soweit wir es ihr erlauben. Wenn wir sie jedoch mit chemischen Cremes und Lotionen zuschmieren, sinkt ihre angeborene Fähigkeit zu atmen, also zu leben. Der Schaden beschränkt sich nicht darauf, dass unsere Haut sich erstickt fühlt.

Körperpflegemittel vergiften Ihre Organe
Da die Haut ein Organ ist, das Stoffe leicht aufnimmt, saugt sie alle Mixturen ein, die wir auf ihre Oberfläche auftragen. Wenn diese Produkte nützliche Inhaltsstoffe enthalten, dann entsteht kein Schaden. Doch wenn sie Chemikalien enthalten, die sich im Bindegewebe Im Laufe der Jahre anreichern, dann mutieren unsere einfachen Hygienegewohnheiten zu einem riskanten Lebensstil, der uns viele Krankheiten bescheren kann.

Menschen unterliegen den Werbemassnahmen der Konzerne
Die Zahl der Personen, die Kosmetik- und Pflegeprodukte konsumiert, steigt stetig an – kein Wunder, denn Eitelkeit ist nicht länger ein Privileg der Frauen. Männer werden immer erfolgreicher von Kosmetikkonzernen umworben, die die „Gut aussehen – gut fühlen-Parole predigen. In den entwickelten Ländern des Westens und immer mehr auch in den aufstrebenden, sich öffnenden Märkten des Ostens ist die auf Konsum ausgerichtete Bevölkerung der Ignoranz und dem irrigen Glauben, dass Erfolg gleichbedeutend mit Schönheit und Glamour sei, hilflos ausgeliefert. Das Resultat sind ständig steigende Profite bei den globalen Kosmetikkonzernen. Von ihrem Erfolg werden noch aggressivere Werbekampagnen finanziert, wodurch noch mehr Menschen dazu gebracht werden zu glauben, sie müssten „gut aussehen“.

Innen Bio aussen giftige Kosmetika?
Eigentlich müsste die Frage lauten: Warum lassen wir zu, dass das so ist? Die Tatsache, dass wir zwischen Schönheits- und Hygieneprodukten und unserem Wohlbefinden (sprich: unserer Gesundheit) noch keinen unmittelbaren Zusammenhang sehen, ist ein Teil des Problems. Langsam, aber sicher begeistern wir uns immer mehr für organisch-biologisch angebaute Nahrung und sind daher sehr vorsichtig, was Chemikalien und Pestizidrückstände in dem Obst und Gemüse angeht, das wir essen, denn wir wissen, dass wir diese Gifte ebenfalls aufnehmen. Doch Kosmetika betrachten wir immer noch als Produkte, die wir lediglich äusserlich anwenden.

Unsere Haut wirkt wie ein Schwamm
Es ist noch nicht in unser Bewusstsein vorgedrungen, dass unsere Haut ein lebender Schwamm ist, genauso anfällig für die schädlichen Auswirkungen der Gifte, wie etwa unser Verdauungstrakt. Unser Mangel an Bewusstsein und Misstrauen treibt den Aufstieg der Körperpflegemittel-Industrie voran. Während Kampagnen gegen die Tabakindustrie inzwischen Früchte tragen, wie etwa die Aufkleber mit der Warnung „Rauchen schadet der Gesundheit“, sind solche Warnhinweise auf Kosmetik- und Hygieneprodukten nicht vorhanden.

Wie schlimm es wirklich steht
Sie können natürlich der Kosmetikindustrie glauben, für die es um Milliarden von Dollar an Profit geht. Als riesiges Konglomerat gelingt es der Industrie wohl oder übel,ihre Produkte immer weiter abzusetzen. In der EU wurden einige giftige Inhaltsstoffe in Körperpflegemitteln laut einem Gesetz, das 2003 auf den Weg gebracht wurde und 2004 in Kraft trat, inzwischen verboten. So wurde etwa die Verwendung einiger Phthalate (Weichmacher) untersagt, die im Verdacht stehen, Krebs auszulösen. Doch Phthalate sind nur eine Substanz von vielen, vielen Chemikalien, die den Weg in die Kosmetikprodukte gefunden haben, und die wir ahnungslos täglich benutzen. Die Environmental Working Group, eine Umweltüberwachungsorganisation, schätzt, dass lediglich 11 Prozent der etwa 10.500 Inhaltsstoffe, die sich gewöhnlich in Kosmetika befinden, ausreichend auf ihre Sicherheit getestet wurden.

Schaumbad schadet Kindern
Unter diesen Umständen kann niemand sagen: „Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss“. Ganz im Gegenteil: Das Nichtwissen kann gravierende Auswirkungen auf unsere Gesundheit und die unserer Familie haben. Stellen Sie sich eine Mutter vor, die ihr Kind in einem Schaumbad badet. Kinder spielen gern mit dem Schaum in der Badewanne, also ist ein Schaumbad der ideale Weg, es zum regelmässigen baden zu ermutigen. Doch wie viele Mütter sind sich darüber im Klaren, dass der Badezusatz DEA, TEA und MEA enthält, oder – anders ausgedrückt – Diethanolamin, Triethanolamin und Monoethanolamin. Diese drei Chemikalien produzieren, wenn sie mit Nitrit in Berührung kommen – was während der Lagerung unbeabsichtigt passieren kann – Nitrosamine, etwa NDEA (N-Nitrosodiethanolamin), einen hoch karzinogenen Stoff, der besonders die Nieren und die Leber bedroht und der von der Haut leicht aufgenommen wird – noch leichter womöglich von zarter Kinderhaut. Diese Chemikalien lösen ausserdem allergische Reaktionen aus, reizen die Augen und bleichen das Haar. Viele Shampoos, Duschgels und Seifen enthalten diese schlimme Chemikalienmixtur. Bereits in den 1980ern berichtete die FDA, dass etwa 42 Prozent aller Körperpflegemittel und Kosmetika mit NDEA versetzt seien, wobei Shampoos die höchsten Konzentrationen enthielten.

Die Haut saugt die Giftstoffe auf
Die Hersteller behaupten jedoch beharrlich, NDEA und seine Derivate seien „sicher“, solange sie sich in Produkten befänden, die man nur kurz verwendet und dann abwäscht. Eine Studie, die im Journal of the National Cancer Institute veröffentlicht wurde, sagt jedoch, dass sowohl bei Tierversuchen, als auch am Menschen nachgewiesen wurde, dass NDEA über die Haut sehr schnell vom Körper aufgenommen werden kann. Interessanterweise erklärte die internationale Krebsforschungsorganisation IARC 1978, dass „man zwar keine Daten dazu habe, N-Nitrosodiethanolamin aber aus pragmatischen Gründen als krebserregend für den Menschen einstufen sollte“. Dieses Postulat wurde knapp zehn Jahre später bestätigt. Die FDA drückte ihre Besorgnis über Nitrosamine in Kosmetika in einer Mitteilung aus, die im April 1979 veröffentlicht wurde (44 FR 21365). Dort heisst es: Kosmetika, die Nitrosamine enthalten, müssen als verunreinigt eingestuft werden und ein Verkauf solcher Produkte rechtliche Konsequenzen haben. In Untersuchungen kosmetischer Produkte, die 1991-92 durchgeführt wurden, wurde Nitrosodiethanolamin in 65 Prozent der Proben in Mengen von bis zu 3 ppm nachgewiesen. 1994 präsentierte das American National Toxicology Program (NTP) in seinem siebten Jahresbericht über Karzinogene eine ähnliche Schlussfolgerung: „Es gibt hinreichende Beweise für die karzinogene Wirkung von N-Nitrosodiethanolamin bei Versuchstieren.“ Weiter heisst es in dem Bericht: bei allen 44 Tierarten, an denen NDEA-Zusammensetzungen getestet wurden, sei diese Wirkung festgestellt worden. Im elften Jahresbericht des NTP aus dem Jahr 2005 heisst es, „N-Nitrosodiethanolamin“ gilt aus gutem Grund als menschliches Karzinogen…

Gifte überfluten unsere Haut
Bisher haben wir uns nur mit einem Beispiel beschäftigt, DEA, TEA und MEA in der Kombination mit Nitrit umgewandelt zu NDEA. In Wirklichkeit werden wir mit einer wahren Flut von Chemikalien überschwemmt, von denen jede das Potential hat, dem menschlichen Körper grossen Schaden zuzufügen. Das Beste, was man als Verbraucher tun kann, ist,sämtliche chemischen Produkte zu meiden.

Sodium Lauryl Sulfat
SLS ist in Shampoos, Haarspülungen, Zahnpasta und so ziemlich jeder Körperreinigungslösung enthalten. Es ist ein starkes, scharfes Reinigungsmittel und wird auch zur Entfettung von Maschinen verwendet. Stellen Sie sich unter diesen Umständen vor, was es in Ihrem Körper anrichten kann. SLS kann Augenreizung, sogar dauerhafte Augenschäden besonders bei Kindern, Hautausschlag, Haarausfall, Hautschuppung und Geschwüre im Mund verursachen. In Kombination mit anderen Inhaltsstoffen, kann sie auch karzinogene Nitrosamine bilden. Es dringt leicht in die Haut ein und kann sich im Herz, in den Lungen, der Leber und/oder im Gehirn ablagern.

Padimat-0
Auch bekannt als Octyl Dimethyl oder PABA ist Padimat-0 ein Zusatzstoff in Sonnencremes. Es gibt Vermutungen, dass die Energie, die dieser Sonnenschutz absorbiert, in freie, Radikale umgewandelt wird, die ihrerseits das Hautkrebsrisiko erhöhen. Wirklich eine paradoxe Situation: Nimmt man nun Sonnencreme oder nimmt man sie nicht?

Haartönung und Krebs
Ich möchte daher noch einmal den Ernst der Situation betonen und präsentiere weitere Forschungsergebnisse, die den Zusammenhang zwischen Haartönungen und Krebs verdeutlichen. Studien mit Menschen und Tieren weisen darauf hin, dass der Körper die Chemikalien aus Haartönungen oder Färbungen schnell über die Haut aufnimmt, während das Mittel auf dem Kopf einwirkt. Färbemittel auf den Kopf zu geben, kann mehr Schaden verursachen, als man sich vorstellt. Regelmässig angewendet kann man in nur 30 Minuten Einwirkzeit auf der Kopfhaut im Laufe der Jahre genug karzinogene Substanzen aufnehmen, die dann später zu unterschiedlichen Krebserkrankungen führen. Bereits in den späten 1970ern wurde der Zusammenhang zwischen Haarfärbemitteln und Brustkrebs nachgewiesen. In einer Studie von 1976 heisst es, dass 87 von 100 Brustkrebspatientinnen über einen langen Zeitraum die Haar gefärbt hätten. Später, im Jahr 1979, enthüllte eine Studie aus den USA den Zusammenhang zwischen der Häufigkeit und Einwirkdauer von Färbemitteln und Brustkrebs, was früher Annahmen bestätigte. Das grösste Risiko trug die Gruppe der 50- bis 79-jährigen, was nahe legt, dass es Jahre dauert, bis in solchen Fällen der Krebs wirklich ausbricht. Frauen, die bereits mit 20 anfingen, ihre Haare zu färben, waren also einem doppelt hohem Risiko ausgesetzt wie Frauen, die erst mit 40 Jahren mit dem Färben der Haare begannen.

Krebsrisiko steigt bei intensiver Farbe
Eine weitere Studie von 1980 legte offen, dass Frauen, die beim Haarefärben die natürliche Haarfarbe verändern im Gegensatz zu denen, die lediglich graue Haare verdecken, einem drei Mal höherem Risiko ausgesetzt sind, was vielleicht an der verwendeten Farbe (intensiver) und der entsprechend langer Einwirkzeit liegt. Einige Zeit später wurde in einer Studie, die gemeinsam von der American Cancer Society und der FDA finanziert wurde, entdeckt, dass Benutzerinnen von Haarfärbemitteln viermal so häufig seltene Krebsformen wie Nicht-Hodgekin-Lymphomen und multiples Myelom bekamen, wie andere. Diese Studien bestätigen auch die Vermutung, dass intensivere Farben wie Schwarz, Dunkelbraun oder Rot das Krebsrisiko erhöhen.“  Quellen: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/ia-koerperpflegemittel.html.