Aesthetic Medicine

3D-MatrixLift®

Bindegewebserneuerung, Faltenbehandlung und Verbesserung der Hautelastizität

Die Haut ist mit ca. zwei Quadratmetern das größte Organ des Menschen. Die äußerste Hautschicht, die Epidermis, stellt ein dynamisches System der fortwährenden Proliferation und Differenzierung dar. Die wichtigste Funktion der Haut ist neben ihren vielen anderen Funktionen (Temperaturregulation, Sinnesorgan, Schutz vor Schadstoffen und mechanischen Einflüssen) die Hydratationsbarriere, die das Austrocknen der Haut und des Organismus verhindert und das osmotische Gleichgewicht innerer Gewebe aufrecht erhält. Im Laufe des Lebens verlangsamt sich der natürliche Regenerationsprozess der Haut und das Wasserbindungsvermögen der Epidermis nimmt ab. Die Haut verliert Elastizität, wird trocken und rissig und es treten Barriereschäden und Falten auf. 

Die Gesichtsalterung muss heute nicht mehr mit dem Zuspruch “in Würde altern“ hingenommen werden. Für die Faltenbehandlung stehen zahlreiche injizierbare Materialien zur Verfügung. Neben den körpereigenen und damit sichersten biologischen Materialien – wie z.B. Eigenfett, Eigenkollagen und autologe mesenchymale Stammzellen und Wachstumsfaktoren – lassen sich Falten auch durch injizierbare biologische und synthetische Produkte korrigieren. Dabei muss allerdings mit Nebenwirkungen wie Entzündungsreaktionen, Allergien, Implantatwanderung bis hin zum Implantatverlust und Granulombildung gerechnet werden.

Die injizierbaren synthetischen Materialien bestehen u.a. aus Silikon, Poly-Milchsäure, Dextran-Mikrosphären, Hydroxyethylmethacrylat, Kalziumhydroxylapatit und Polyacrylamid. Zum Teil sind diese Materialien nicht abbaubar, so dass nach einiger Zeit Fremdkörperreaktionen und Granulombildungen auftreten können. Bei Überkorrektur sind diese Materialien nicht zu entfernen und bei oberflächlicher Injektion können Entzündungen, Nekrosen und Pigmentverschiebungen auftreten.

Um diese Nebenwirkungen zu minimieren, wurde nach einem natürlichen, biologischen, immunologisch inaktiven und injizierbaren Material zur Faltenunterspritzung gesucht und verschiedene Hyaluronsäurederivate entwickelt.

Hyaluronsäure (neue Nomenklatur: Hyaluronan) ist ein Glykosaminoglykan, ein wichtiger Bestandteil der extrazellulären Matrix des Bindegewebes, das eine herausragende Rolle bei der Proliferation und Regeneration von Keratinozyten spielt. Hyaluronan hat ein einzigartiges Wasserbindungsvermögen: Ein Gramm trockene Hyaluronsäure kann 6 Liter Wasser binden. In der ästhetischen Medizin wird diese Eigenschaft zur Faltenunterspritzung, zum Aufbau von Gesichtspartien und zur Hautauffrischung genutzt. Hyaluronan umhüllt die kollagenen Fasern, beugt der Austrocknung der Haut vor und unterstützt die Viskoelastizität der Haut.

Einige Hyaluronpräparate werden mit Zusätzen wie Dextrankügelchen, Phenylsulfonen oder Mannitol versetzt. Diese Substanzen verlängern zwar die Halbwertszeit, führen aber zu ernst zu nehmenden Komplikationen bei der Gewebsaugmentation wie beispielsweise zu granulomatösen Gewebsreaktionen und Allergien. Das Auftreten dieser Nebenwirkungen ist häufig auf eine nicht adäquate Injektionstechnik zurückzuführen.

Häufig wird den Hyaluronan-Präparaten das Lokalanästhetikum Lidocain zugesetzt. Es soll den Injektionsschmerz lindern. Dabei wird vergessen, dass Lidocain mindestens 1-3 Minuten bis zum Wirkeintritt braucht. Mit bis zu 7% sind Hautreaktionen als Nebenwirkung beschrieben worden. Reaktionen der Haut auf Lidocain sind: Juckreiz, Allergien, Schwellung des Gewebes durch Wassereinlagerung und Kreislaufreaktionen. Besonders die Wassereinlagerung führt häufig zu Überkorrekturen oder zur Unzufriedenheit des Patienten über das Ergebnis der Faltenbehandlung. Bei Nieren- und Lebererkrankungen wird laut Beipackzettel zur besonderen Vorsicht bei der Anwendung von Lidocain gemahnt.

Die Hautalterung äußert sich nicht nur durch vermehrte Faltenbildung und Verlust der Elastizität, sondern auch in einer Veränderung der Gesichtsgeometrie. Aus der jugendlichen V-Form wird im Laufe der Zeit die U-Form. Hängende Gesichtspartien folgen der Gravitation und es entsteht ein trauriger und griesgrämiger Gesichtsausdruck. Eine vorzeitige Gesichtsalterung wird durch chronische Krankheiten wie beispielsweise Diabetes mellitus, chronische Niereninsuffizienz, Lebererkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen und Hormonstörungen verschlimmert.

Bei diesen Erkrankungen kommt es zu Bindegewebsschäden mit sulziger, wenig quervernetzter Bindegewebsmatrix, in der Filler versacken und der Schwerkraft folgen. Patienten beklagen dann, dass die Fillerimplantation nur kurze Zeit gehalten habe und machen das Unterspritzungsmaterial dafür verantwortlich.

Für eine Full-Face-Behandlung wurde 3D-MatrixLift® entwickelt. Dabei handelt es sich um eine besondere Spritztechnik in einer dreidimensionalen Matrix mit unterschiedlich vernetzten Hyaluronan-Fillern, autologen Stammzellen und körpereigenen Wachstumsfaktoren. Kleinste Knitterfältchen werden anschließend mit Botulinum A geglättet.

3D-MatrixLift®: Das geschädigte Bindegewebe wird in mehreren Sitzungen dreidimensional aufgebaut. Die Gesichtshaut wird mit einer Lidocain/Tetracain-Creme anästhesiert. Dann wird eine stark vernetzte Hyaluronsäure (ZFill deep², Zimmer Aesthetic Division, Neu-Ulm) in einem Winkel von ca. 45° mit atraumatischen Nadeln (27G) in tiefe Hautschichten implantiert. Es ist darauf zu achten, dass die Injektionsnadel nicht horizontal bewegt wird, damit die noch verbliebenen Bindegewebssepten nicht beschädigt werden. Die Nadel wird nach jeder Injektion fast vollständig herausgezogen und dann wieder fächerförmig eingeführt. Nach der Implantation wird der Filler, zur gleichmäßigen Verteilung, flächig in das Gewebe einmassiert. Dieser unteren Fillerschicht wird für ca. 1 Woche die Möglichkeit gegeben, sich im Gewebe zu stabilisieren. In die mittlere Hautschicht werden körpereigene Stammzellen und Wachstumsfaktoren gespritzt. Dazu werden aus 8 ml Venenblut mit einem patentierten Spezialsystem für die Molekularbiologie (CPT™ Cell Preparation Tube) mononukleäre Zellen und adulte Stammzellen isoliert. Durch Zentrifugation bildet sich ein FICOLL™ Gradient aus und separiert die roten Blutkörperchen von den übrigen Zellen. Wachstumsfaktoren, Vitalstoffe und epigenetische Faktoren konzentrieren sich mit den Stammzellen im Plasma. Anschließend werden über ein Transfersystem den Zellen Spurenelemente wie Kupfer, Zink, Mangan und Aminosäuren wie L-Arginin zugesetzt und die Zellsuspension mit blauem Licht zur Anregung der Stickstoffmonoxid- Bildung bestrahlt. Die Zellsuspension wird danach mit gering vernetzter Hyaluronsäure (Z-Fill contour², Zimmer Aesthetic Division, Neu-Ulm) vermischt und über ein steriles Transfersystem in Injektionsspritzen überführt und für den Aufbau der mittleren Bindegewebsschicht und zur Faltenaugmentation verwendet. Die Behandlung mit Stammzellen und Wachstumsfaktoren führt zur Induktion der Kollagen- und Elastinbiosynthese, so dass sich das sulzige Gewebe weiter verfestigen kann. Nach einer weiteren Woche wird die oberste Hautschicht durch unvernetzte Hyaluronsäure (Z-Fill refresh², Zimmer Aesthetic Division, Neu-Ulm) mit Feuchtigkeit versorgt.

Durch diese dreidimensionale Matrix-Spritztechnik in Verbindung mit Hyaluronan unterschiedlicher Vernetzung wird Bindegewebe gefestigt und die Eigensynthese von Kollagen und Elastin angeregt. Durch den Aufbau von eingefallenen Wangen werden im Rahmen einer Full-Face-Behandlung tiefe Nasolabialfalten geglättet. Kleine Fältchen, die durch vermehrte Muskelaktivität der mimischen Muskulatur verursacht wurden, können nach einer weiteren Woche mit geringen Dosen Botulinum A behandelt werden. Nach jeder Unterspritzung wird eine Gesichtsmaske aus Nano-Zellulose, die mit D-Panthenol und mit einem nanopartikulären Weihrauchextrakt getränkt wurde, für 20 Minuten aufgelegt. Dadurch werden Hautschwellungen reduziert.

Boswelliasäuren des Weihrauchextraktes hemmen hauteigene Hyaluronidasen und Matrix-Metalloproteinasen. Das Fillermaterial wird vor vorzeitigem Abbau geschützt und die Hautregeneration angeregt. Zur unterstützenden Pflege der gealterten Haut werden Boswellia-Nanopartikel in eine Membrancreme gemischt und morgens und abends aufgetragen.

3D-MatrixLift® hat sich bei tiefen Falten und besonders bei aufgelockertem Bindegewebe bewährt. Bei dieser Gewebsstörung versacken fast alle Filler und folgen der Schwerkraft. Dadurch werden schlaffe Wangen noch betont und Nasolabialfalten vertieft. 3D-MatrixLift® baut Bindegewebe in einer dreidimensionalen Matrix wieder auf und führt dadurch zu einer jugendlichen Gesichtsform, verbessert die Elastizität, fördert die Hydratation der Haut und glättet Falten und Fältchen. Durch diese Unterspritzungstechnik lassen sich Störungen der Gesichtsgeometrie ausgleichen. Hautalterung ist ein fortschreitender Prozess, der durch Unterspritzungen nicht aufgehalten werden kann. Eine individuelle Pflege der gealterten Haut mit Membrancremes, liposomal oder nanopartikulär verkapselten Wirkstoffen unterstützt die Behandlung. Dabei sollte auf Emulgatoren, Konservierungsstoffe, PEGs, Mineralöle und Silikone verzichtet werden. 3D-MatrixLift® ist eine individuelle Behandlung der gealterten Haut, die auf natürliche Weise die Gesichtskontur verbessert, Falten glättet und den Hautstoffwechsel anregt. Die 3D-Matrix- Lift® Technik wird in Workshops in Theorie und Praxis gelehrt und zertifiziert.

Literatur
1. Jabs HU. KorneoBioLift – eine korneobiologische Faltenbehandlung. Ästhetische Dermatologie (2012) 2, 28-43.
2. Jabs HU. Stratum corneum – von der Korneobiochemie zur Korneotherapie. Ästhetische Dermatologie (2013) 1, 14-19.
3. Hönig J, Fricke M. Allgemeine Übersicht der gebräuchlichsten injizierbaren Weichgewebsfüller zur initialen Faltenbehandlung des Gesichts. Zentralbl Chir (2005) 130, 514-525.
4. 3D-MatrixLift®: Registriertes Markenzeichen der Privatpraxis für Funktionelle Medizin, AZ :3020130454421

publiziert in: MÄC Magazin für ästhetische Chirurgie 1-3|13 7. Jahrgang 2013

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