Aesthetic Medicine

Rosacea

Rosacea bzw. Rosazea ist eine chronisch verlaufende, entzündliche Hauterkrankung vornehmlich des Gesichts (Stirn, Nase, Kinn und Wangen) und betrifft rund vier Millionen Deutsche – doch die wenigsten Betroffenen wissen von ihrer Erkrankung. Entzündungserscheinungen der Haut wie anhaltende Rötungen, Papeln (Knötchen) und Pusteln (Bläschen), sichtbare Äderchen und/oder Schwellungen im Gesicht können Anzeichen von Rosacea sein. Häufig werden sie jedoch mit den Symptomen einer Allergie oder Akne verwechselt.

Auslöser
Als Ursache der Rosacea werden verschiedene Erbfaktoren diskutiert, doch sind vermutlich verschiedene Auslöser daran beteiligt. Diskutiert werden neben der Regulationsstörung der Gefäßversorgung des Gesichts, eine neurogene Entzündung, eine Störung des Immunsystems, eine Beteiligung von Haarbalgmilben und Bakterien (wie z. B. Staphylococcus aureus). Die neurogene Entzündung ist eine Reaktion des zentralen Nervensystems auf Stress. Die Krankheit tritt selten vor dem 30. Lebensjahr, meistens erst ab dem 40. Lebensjahr auf. Frauen wie Männer sind gleichermaßen betroffen (eventuell mit leichtem Überhang bei Frauen). Kaffee-, Tee- oder Alkoholgenuss können ebenso wie scharfe Gewürze und Sonnenbäder eine Verschlechterung bewirken.

Die Entzündung der Haut bei Rosazea ist nach neuen Forschungsergebnissen eine angeborene chronische Hautkrankheit mit der Folge einer überzogenen Immunantwort. Leicht veränderte und stark vermehrte sogenannte antimikrobielle Peptide (Bei Rosazea besteht eine Hochregulation spezieller antimikrobieller Peptide und korrespondierender Serinproteasen, was eine Fehlfunktion der angeborenen Immunabwehr als eine Ursache der Erkrankung nahelegt. So zeigte sich bei Rosazeapatienten eine erhöhte Expression von Cathelicidinen sowie von mehreren aus Cathelicidin entstandenen Isoformen, wie LL-37, so dass ein Rosazea-spezifisches Peptid-Bild entsteht die ein Teil des Immunsystems sind, sollen für die Entstehung entzündlicher Prozesse verantwortlich sein. http://www.derma.de/fileadmin/derma/pdfs/ll_rosazea.pdf).

Knötchen und Eiterpickel (Pusteln) sind die sichtbaren Anzeichen der Entzündung. Die in die betroffenen Hautareale einwandernden Abwehrzellen schütten Botenstoffe aus. Diese führen wiederum dazu, dass sich die Gefäße weiten. Als Folge der Entzündung teilen sich die Zellen von Bindegewebe und Talgdrüsen übermäßig oft. Die Haut ist stellenweise verdickt und wirkt außerdem grobporig. (http://www.apotheken-umschau.de/Rosazea/Rosazea-Ursachen-53484_2.html)

Schweregrad I
Rosazea beginnt meist unscheinbar mit Rötungen der Haut, insbesondere bei Hitze, Kälte und emotionalen Stress-Situationen. Die feinen oberflächennahen Blutgefäße sind deutlich erweitert, die Haut wirkt sonnenbrandartig gerötet. Diese erste Form der Erkrankung bezeichnet man als Couperose oder erythematös-teleangiektatische Form. Kleine Papeln können vorkommen. Darüber hinaus klagen viele Patienten über eine empfindliche Haut mit einer allgemeinen Reizung – wie Brennen, Stechen, Juckreiz – oder Trockenheit der Haut.

Schweregrad II
Im zweiten Stadium, der papulopustulösen Form der Rosazea, treten Pusteln, Knötchen sowie Schwellungen auf, die sich entzünden, eitrig degenerieren und über Wochen bestehen können. Die Haut ist geschwollen, gerötet und großporig. Der Verlauf der Erkrankung ist phasisch und kann sich über Jahre hinziehen. Die Ähnlichkeit mit Akne führt manchmal zu Fehldiagnosen, doch die akneartigen eitrigen Pusteln und Quaddeln gehen bei der Rosazea nicht vom Haarfollikel aus. Bei der Rosacea treten keine Komedonen auf.

Schweregrad III
Unter der glandulär-hyperplastischen Rosazea leiden vor allem Männer. Durch Wucherung von Bindegewebe und Talgdrüsen entstehen knotige Verdickungen: „Knollen“ oder sog. Phymen. Die Sonderform des Rhinophyms, die Knollennase, ist wohl die bekannteste Form. Sind auch die Augen betroffen, spricht man von der okulären Form oder Ophthalmo-Rosazea: Veränderungen an den Augen wie Bindehaut- und Lidrandentzündungen, Trockenheit der Augen und im ungünstigsten Fall Hornhautentzündung.

Therapie
Meidung der Auslösefaktoren
Rosazea-Haut reagiert äußerst empfindlich auf chemische und physikalische Reize, sodass alle irritierenden Produkte (die Seifen, Alkohole, Menthol, Kampfer, Duft- und Parfümstoffe, Konservierungsstoffe usw) enthalten, ebenso gemieden werden sollten wie Peelings, Microdermabrasion, Medical-Needling und Sonneneinstrahlung. Persönliche und individuell variierende Auslöser oder „Trigger“-Faktoren, die zu plötzlich auftretenden Rötungen des Gesichts oder generell zur Gefäßerweiterung führen (wie Alkohol, scharf gewürzte Speisen, heiße Getränke, Saunabesuche, etc.), sollten Betroffene ebenso meiden.

Kosmetische Pflege
Eine angepasste Pflege, die die Haut beruhigt und Entzündungen hemmt (Mäusedornextrakt, Boswelliaextrakt, Azelainsäure, Vitamin-A), beugt Reizungen und Rötungen vor. Grundlage der täglichen Behandlung zuhause ist die Reinigung der Haut mit milden Mitteln (Sydets). Beim Abtrocknen sollte das Rubbeln des Gesichts vermieden werden. Gute Erfolge erzielt man mit Gesichtsmassagen (Lymphdrainage). Dabei wird das Gesicht morgens und abends mit leichten, kreisförmigen Bewegungen mit Hilfe eines Gleitmittels massiert. Cremes sollten frei von Duft- und Konservierungsstoffen und nicht zu fetthaltig sein. Präparate mit Thermalwasser sowie Pflegeprodukte auf Gelbasis beruhigen und mindern das Hitzegefühl. Für die Tagescreme ist ein UV-Schutz sinnvoll, bei Aufenthalt in der Sonne obligatorisch (am besten LSF 50). Das Auftragen eines leichten, passenden Make-Ups oder abdeckender Foundation (in Grünton) verschlechtert die Rosazea nicht, hat aber einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten.

In der apparativen Kosmetik hat sich die entzündungshemmende Photobiostimulation mit blauem, rotem und infrarotem LED-Licht bewährt.

Medikamente
Topische Therapie
Für die ersten beiden Schweregrade der Rosazea reicht meist eine äußerliche Behandlung aus. In Deutschland sind für die topische Therapie Nitroimidazol (0,75 % Metronidazol in unterschiedlichen Grundlagen) und Azelainsäure (15-prozentig) zur Rosazea-Behandlung zugelassen. Antibiotika wie Metronidazol, aber auch Erythromycin, Clindamycin und Tetracyclin wirken unterschiedlich effektiv, wobei der Wirkmechanismus in diesen subtherapeutischen Dosierungen nicht wirklich geklärt ist. Es wird vermutet, dass eine „allgemein anti-entzündliche Wirkkomponente“ beim Metronidazol für die Rosazea wirksam ist.

Systemische Therapie
Die orale Gabe von Antibiotika sollte den schweren Formen der Rosazea vorbehalten sein. Seit Jahrzehnten werden zur Behandlung erfolgreich Tetracycline eingesetzt, auch neuere Derivate wie Doxycyclin und Minocyclin sind effektiv. Allerdings müssen Nebenwirkungen (wie Lichtempfindlichkeit, Verfärbung von Haut oder Schleimhäuten) und Gegenanzeigen (Schwangerschaft) beachtet werden. Alternativ werden Makrolide (Erythromycin, Clarithromycin, Azithromycin), Metronidazol und auch weitere Antibiotika eingesetzt. Antibiotika haben immer Nebenwirkungen – auch auf die wichtige bakterielle Mikroflora – und sollten stets nach den aktuellen Grundlagen der rationalen Antibiotikatherapie eingesetzt werden. Ein weiterer hochwirksamer Wirkstoff ist Isotretinoin, ein Vitamin-A-Säure-Derivat und natürliches Insektengift, das gegen die Haarbalgmilben wirkt, aber viele Nebenwirkungen hat. Es kann insbesondere Reizungen der Haut, Schleimhaut und Bindehaut, Kopfschmerzen sowie Leberfunktionsstörungen, möglicherweise auch Depressionen verursachen. Bei Frauen darf es wegen seiner embryotoxischen Wirkung nur bei absolut sicherem Ausschluss einer Schwangerschaft verwendet werden.

Kortisonhaltige Medikamente dürfen nicht verwendet werden, da sie die Symptome verstärken.

Augenvorsorge
Die Rosazea kann auf das Auge übergreifen und zu dauerhaften Augenschäden (Hornhauttrübung) führen. Deshalb ist eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle notwendig.

Literatur
S1-Leitlinie Rosazea der Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG). In: AWMF online (Stand 1. März 2013)
H. E. Baldwin: Diagnosis and treatment of rosacea: state of the art. In: Journal of drugs in dermatology. Band 11, Nummer 6, Juni 2012, S. 725–730, ISSN 1545-9616. PMID 22648219. (Review).
P. M. Lehmann: Rosazea: Epidemiologie, Pathogenese, Klinik und Therapie. In: Deutsches Ärzteblatt. 2007; 104(24): A-1741 / B-1536 / C-1475. (Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Rosazea)

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