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LongCo-Reha® beim Long-Covid Syndrom (1 von 2)

Die Long-COVID-Rehabilitation (LongCo-Reha®)

Rekonvaleszenz nach SARS-CoV2 Infektion und Covid-19 Erkrankung

Nach einer SARS-CoV2-Infektion leiden ca 10-20% der erkrankten Menschen unter Langzeitfolgen. In der akuten Phase variieren die Symptome von Fieber, Luftnot, Kopf- und Gliederschmerzen bis zu neurologischen Störungen mit Schwindel, Schlafstörungen, Geruchs- und Geschmacksveränderungen, Wortfindungs- und Konzentrationsstörungen.

Long-Covid beschreibt das Phänomen, wenn Patienten infolge einer Corona-Krankheit nicht mehr auf die Beine kommen. Häufig ist das auch bei einem milden Krankheitsverlauf der Fall. Nach dem Virusinfekt sind die Menschen nicht gesund und leiden unter Leistungsminderung, reduzierter Belastbarkeit, Muskelschwäche und ausgeprägter Müdigkeit (Fatigue).

Im Januar 2021 publizierte „The Lancet“ die bisher längste und detaillierteste Kohortenstudie zu den langfristigen Symptomen von zuvor hospitalisierten Covid-19-Patienten. Sie offenbarte: Unabhängig vom Krankheitsverlauf, von Vor- oder Grunderkrankungen sind viele Menschen (76%) 6 Monate nach der Entlassung aus dem Krankenhaus von den Spätfolgen der Infektion betroffen. Die Hälfte der 1.733 beobachteten Patienten war jünger als 57 Jahre (Huang, Chaolin et al. 6-month consequences of Covid-19 in patients discharged from hospital: a cohort study. The Lancet (2021) 397(10270), 220-232).

Long-Covid nach leichten Virus-Infekten

Myalgien und Gelenkschmerzen, Geruchs- und Geschmacksstörungen, eingeschränkte Lungenfunktion, Herzprobleme, atypische Brustschmerzen, Atembeschwerden, Niedergeschlagenheit und kognitive Probleme wie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sind weitere typische Symptome, die nicht hospitalisierte Patienten betreffen. Sie reduzieren nicht nur erheblich die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit, sondern verunsichern die Menschen.

Die Studienergebnisse verdeutlichen: Covid-19 ist meist nicht mit der Entlassung aus dem Krankenhaus überstanden, sondern bedarf einer sorgfältigen Nachsorge und Rehabilitation.

Das „Long-Covid-Syndrom“ bezeichnet diese Langzeitbeschwerden als einen „Zustand nach überstandener COVID-19/Corona-Erkrankung, der durch fortbestehende Symptome gekennzeichnet ist. Erkrankungen der Lunge, des Nervensystems, der Blutgefäße oder der Muskulatur zählen zu den häufigsten Langzeitfolgen.“
(Prof. Dr. Wolfgang Galetke, ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Pneumologie, VAMED Hagen-Ambrock). Rekonvaleszenz und Arbeitsfähigkeit werden durch diese Langzeitfolgen des Virusinfekts deutlich verzögert.

Ein weiteres Symptom der Virus-Infektion ist eine langanhaltende Müdigkeit (Fatigue), die durch chronische Entzündungen des Nervensystems und den Gefäßen verursacht wird und das Immunsystem lange belastet.

Dazu kommen psychische Beeinträchtigungen durch Sorgen, ob jemals die früheren körperlichen und geistigen Fähigkeiten wiedererlangt werden oder ob die Langzeitfolgen bestehen bleiben. Hinzu kommt Angst um den Arbeitsplatz und um die finanzielle Absicherung der Familie.

Die SARS-CoV2-Pandemie zeigt, dass trotz Lockdown, Hygienemaßnahmen und Impfungen das Coronavirus sich mit neuen Mutationen weiter ausbreitet. Präventive Medikamente sind derzeit nicht verfügbar.

Prof. Dr. Dr. Christian Schubert von der Klinik für Medizinische Psychologie an der Universität Insbruck untersucht die psychischen Folgen der Quarantänemaßnahmen. „Gerade jetzt brauchen Menschen ein starkes Immunsystem“, erklärt der renommierte Arzt und Psychologe.

Ein weiteres Problemfeld, das die Psyche betrifft, sei derzeit die Arbeitswelt. Viele haben existenzielle Ängste und stehen vor der Schließung des eigenen Betriebs und vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. All das kann enormen Stress bedeuten, das Immunsystem schwächen und die Infektionsgefahr erhöhen.

Die Rekonvaleszenz nach überstandener Covid-Krankheit ist deutlich verzögert und die Rückkehr an den Arbeitsplatz durch das Long-Covid-Syndrom teilweise erst nach Monaten möglich. Atemnot bei leichten Belastungen, eine bleierne Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Muskelschmerzen und reduzierte Belastbarkeit gefährden die Arbeitsfähigkeit und die Wiedereingliederung in das Berufsleben.

 Bekannt ist: Infektionen der Atemwege, wie Pneumonien und Covid-19, sind häufig mit einem Vitamin-C-Mangel verbunden. Daher rücken hochdosierte Vitamin C Infusionen im Laufe der aktuellen Pandemie als erfolgreiche Therapieoption immer stärker in den Focus. Gründe dafür sind die umfangreichen antioxidativen, entzündungshemmenden und immunmodulierenden Wirkungen von Vitamin C (L Ciscano-Camon et al. Vitamin C levels in patients with SARS-CoV2-associated acute respiratory distress. Crital Care (2020) 24(1), 522; AC Carr et al. The effect of intravenous vitamin C on cancer- and chemotherapy-related fatigue and quality of life. Front Oncol (2014) 4, 283; coliquio.de 28.03.2021).


Die Krankheitssymptome weisen auf eine vegetative Regulationsstörung hin. Rosa Maria Escorihuela et al. fanden eine Dysfunktion des autonomen Nervensystems durch eine sympathische Hyperaktivität bei dem Fatigue Syndrom (RM Escorihuela et al.Reduced heart rate variability predicts fatigue severity in individuals with chronic Fatigue syndrome/myalgic Encephalomyelitis. J. Transl Med (2020) 18:4, 1-12).

Mitochondriale Dysfunktionen führen zu Immundefekten und sind Risikofaktoren für chronische Entzündungen und viralen Infektionen. Präventive Behandlungen, die die Mitochondrien-Funktion und das Immunsystem verbessern, können vor schwerem Verlauf der Covid-19 Krankheit schützen (DJM Fernández-Ayala et al. Age-related mitochondrial dysfunction as a key factor in COVID-19 disease. Experimental Gerontology (2020) 142 111147, 1-13).

Das vegetative oder autonome Nervensystem (VNS) ist die oberste Steuerzentrale im Körper. Es steuert und reguliert alle lebenswichtigen Organe und Organsysteme, die willentlich nicht beeinflussbar sind, wie z.B. das Herz, die Atmung, den Blutdruck, den Stoffwechsel, die Durchblutung, Sinnesorgane, Geschlechtsorgane und das Immunsystem.

Die beiden Hauptnerven des vegetativen Nervensystems sind der Sympathikus (Spannungsnerv) und der Parasympathikus (Entspannungsnerv). Sie sind verantwortlich für das Gleichgewicht zwischen Körperspannung und Entspannung, um das Funktionieren der Organe sicherzustellen und der jeweiligen Situation anzupassen.

Bei körperlicher Anstrengung funktionieren Organe anders als im Schlaf. Das Herz schlägt in einer Gefahrensituation schneller, die Muskeln sind aufs Höchste angespannt und Energie wird bereitgestellt. Nach dieser Anspannung schließt sich eine Erholungsphase an.

Wenn diese ausgeklügelte Regulation dauerhaft gestört ist, kommt es zu Missempfindungen, Erschöpfung und zu ernsthaften Erkrankungen.

Hier setzt die Long-COVID-Rehabilitation im CASANA Nordrhein an und nutzt die Möglichkeiten der Rehabilitationsmedizin.

Die LongCo-Reha® wendet sich an Patienten nach überstandener Infektion mit SARS-CoV2 und verzögerter Rekonvaleszenz. Durch das individuelle Trainingsprogramm sollen eine zeitnahe Wiederherstellung des Gesundheitszustands und eine rasche Rückkehr an den Arbeitsplatz erreicht werden.

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