Allgemein, Medizin, Wissenschaft

Cistus incanus L. Pandalis schützt Zellen vor Infektionen mit SARS CoV2

Antivirale Eigenschaften des Extrakts aus Cistus × incanus L. Pandalis auch bei SARS-CoV-2 nachgewiesen
Antiviral properties of Cistus × incanus L. Pandalis extract also confirmed for SARS-CoV-2
Jens-Martin Träder1*


1Prof. Dr. med. Jens-Martin Träder
Institut für Allgemeinmedizin Universität zu Lübeck
Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck
E-Mail: traeder@posteo.de
*Die in-vitro-Untersuchungen wurden am Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie Leipzig (IZI) durchgeführt


Abstract (deutsch)
Da es noch keine zuverlässige Therapie oder einen zugelassenen Impfstoff gegen SARS-CoV-2 gibt, haben wir uns in der Forschung darauf konzentriert, vielversprechende Substanzen zu finden, die bereits verfügbar und zugelassen sind und denen man prophylaktische oder therapeutische Effekte nachweisen kann. In dieser Studie soll untersucht werden, ob das pflanzliche Präparat Cystus Pandalis® in vitro antivirale Eigenschaften gegen SARS-CoV-2 aufweist. Es hat sich bereits gegen mehrere andere Viren als wirksam erwiesen. Am Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) in Leipzig wurden Zellkulturen unter Anwendung von Cystus Pandalis®-Extrakt mit SARS-CoV-2 infiziert. Die Reduktion des Viruswachstums der Verumgruppe wurde mit dem Wachstum einer nicht behandelten Viruskultur durch den Vergleich von fokusbildenden Einheiten bewertet. Eine fast vollständige Hemmung des Viruswachstums durch Cystus Pandalis®-Extrakt wurde bei Konzentrationen von mehr als 15,6 μg/ml mit einer berechneten EC50 von 1,94 μg/ml beobachtet. Der genaue Mechanismus dieses Extraktes beruht höchstwahrscheinlich auf einer Wirkung der hochpolymeren Polyphenole, die möglicherweise bestimmte virale Epitope umhüllen, wodurch Cystus Pandalis® als Eintrittsinhibitor wirkt. Aufgrund der hohen In-vitro-Aktivität erscheint es sinnvoll, Cystus Pandalis® als Prophylaxe gegen Infektionen mit SARS-CoV-2 einzusetzen. Um eine klinische Anwendung zu testen, sollte eine Feldstudie in einem Gebiet mit hohen Infektionsraten durchgeführt werden.