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„Zerstörte Lungen erholen sich in der Regel gut“

„Nachdem die erste Welle der Pandemie abgeebbt ist, zeigt sich, dass selbst Patienten, die akut nicht schwer erkrankt waren, mit Spätfolgen kämpfen. „Das Coronavirus Sars-2 attackiert nicht nur die Lunge“, sagt Rembert Koczulla, Chefarzt und Lungenexperte in der Klinik Berchtesgadener Land. „Nach einer durchgestandenen Infektion haben viele Patienten eine Reihe zusätzlicher Probleme. Viele Organsysteme können betroffen sein.“ Neurologische Auswirkungen, Probleme in den Blutgefäßen und Schädigungen des Herzes gelten inzwischen als unstrittige mögliche Folgen. Im Wochentakt erscheinen derzeit wissenschaftliche Publikationen mit neuen Hinweisen auf die Auswirkungen von Covid-19.

Individuell zugeschnittene Reha-Konzepte für Covid-19-Patienten

Ein konfektioniertes Reha-Programm für die Patienten existiert bislang nicht, die Betreuung ist Maßarbeit. „Es ist eine neue Erkrankung, also müssen wir innovativ sein und sehen, was am besten wirkt“, sagt Koczulla. „Wir untersuchen sehr gründlich, welche Einschränkungen der Einzelne hat und stimmen die Therapie darauf ab.“

Groß sind die Unterschiede bei den Bedürfnissen der Patienten. Diejenigen, die mehrere Wochen beatmet waren, können oft nicht einmal mehr stehen oder benötigen noch Sauerstoff. Andere wirken äußerlich gesund, sind aber total erschöpft und nicht leistungsfähig.

Alle Betroffenen haben zwar das Schlimmste überstanden, doch das Atmen fällt häufig noch schwer. Der Gasaustausch an den Lungenbläschen ist oft beeinträchtigt. Zudem können kleine Blutgerinnsel die feinen Gefäße verstopfen. „Geschädigte Lungen erholen sich in der Regel gut“, weiß Koczulla.

„Bei der chronischen Bronchitis im Rahmen der COPD oder bei der Fibrose ist durch Studien belegt, dass Patienten von einer Reha sehr profitieren. Wir haben erste Hinweise, dass dies auch bei Post-Covid-Patienten der Fall ist.“

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