autonom Health®, Medizin, Wissenschaft

Der Rücken-Vagus und die Hysterie

Jahrhundertelang galt Hysterie als spezifisches Frauenleiden.
Der Name der Krankheit geht auf das griechische Wort für Gebärmutter („hystera“) zurück:
Der Altmeister der Medizin, Hippokrates (460 bis 377 v. Chr.), hatte die Auffassung vertreten, daß dieses Organ Ursprungsort des Leidens sei. Bei Frauen mit zu spärlicher sexueller Aktivität, so mutmaßte der Grieche, beginne die Gebärmutter zu schrumpfen und den Körper zu durchwandern; dabei könne sie dann der Atemluft den Weg versperren oder sich auf die Leber oder andere Organe legen und so die mannigfachen Beschwerden Hysterie -Kranker verursachen.

Auch im Mittelalter und bis weit in die Neuzeit verharrten die Mediziner in dem Glauben, die Hysterie sei ein organisches Leiden, dessen Ursprung in einer Erkrankung des weiblichen Genitalorgans zu suchen sei. Noch in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts versuchte ein deutscher Arzt namens Alfred Hegar, schwere Hysterie durch operative Entfernung der Eierstöcke zu kurieren.

Doch um jene Zeit setzte sich eine neue Deutung des seltsamen Leidens durch. Ausgehend von den Forschungen seines Lehrers Jean-Martin Charcot (1825 bis 1893), identifizierte Sigmund Freud die Hysterie als eine Krankheit, der nicht körperliche, sondern psychische Störungen, fast immer aus dem sexuellen Bereich, zugrunde liegen„.
Auszug aus DER SPIEGEL 47/1965.

Heute wissen wir, dass das autonome Nervensystem alle unbewussten Aktivitäten des Körpers steuert.
Neuere anatomische Untersuchungen zeigten, dass das Vegetativum bei Säugetieren und beim Menschen aus drei Anteilen besteht: Sympatikus für ‚Angriff und Verteidigung, der Bauch-Vagus für ‚Erholung und Regeneration‘ und der Rücken-Vagus als Relikt aus der frühen Evolution, der für den Totstellreflex in aussichtslosen Situationen verantwortlich ist.

In der frühen russischen Raumfahrt kam es bei der Sojus-Mission in der Startphase der bemannten Raumfahrt zu Todesfällen.

Es war zunächst unerklärlich, warum die bestuntersuchten Kosmonauten beim Start starben. Später wurde als Ursache ‚Todesangst‘ herausgefunden, ein Zusammenbruch der sympathischen Stimulation mit Überaktivierung des dorsalen Vagust-Astes. Die Folge war der Totstellreflex mit Weitstellung der Gefässe, Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörungen und plötzlicher Herztod.

Kammerflimmern durch Todesangst

Mit Messungen der Herzratenvariabilität können Störungen des autonomen Nervensystem sicher diagnostiziert werden und mit der IHHT (MITOVIT® – Intermittierenden Hypoxie-Hyperoxie Therapie), dem Höhentraining der Leistungssportler, gut behandelt werden.

Mit dem autonom Health® Brustgurtsystem können Sie Ihre Herzratenvariabilität selbstständig – autonom – über 24h messen. Sie bekommen Informationen über Ihr Wohlbefinden, Ihren Trainingsstand, Ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Stress, über Ihren Schlaf und Ihre Erholung und ob Ihr Essen und Trinken Ihnen gut tut.