Aesthetic Medicine

Das Gehirn: Schaltstelle zwischen Innerer Medizin und Neurologie  

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DGIM aktuell 3/2017.

 Langlebigkeit gelingt nur dann wirklich gut, wenn – trotz meist mehrerer chronischer Erkrankungen – Körper und Geist ihre Funktionalität derart erhalten können, dass ein Lebenmit erfüllender sozialer Teilhabe möglich bleibt. Ab dem 80. Lebensjahr sind es jedoch die Einschränkungen in den Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) sowie kognitive Einbußen, die quantitativ massiv ansteigen und gerade eine soziale Teilhabe gefährden.
Vor Kurzem – am 21. September 2017 – fand der diesjährige Welt-Alzheimertag statt. Im Volksmund heißt es gerne: „Er oder sie hat Alzheimer“. Immer mehr kristallisiert sich aber heraus, dass Mischformen aus der Alzheimer- Demenz und vaskuläre Demenzen in all ihren Ausprägungen – so auch der Schlaganfall – oft gleichzeitig an den kognitiven Einbußen wie auch den Verhaltensstörungen pathophysiologisch beteiligt sind. 

Internisten werden täglich mit vaskulären Risikofaktoren und deren Komplikationen konfrontiert. Diese sind auch integraler Bestandteil internistischer Therapien. Doch auch die Alzheimer-Demenz zeigt viele Bezüge zur Inneren Medizin. Genannt seien hier der Zusammenhang zwischen Hypercholinesterinämie sowie Diabetes mellitus – nicht nur mit vaskulären Demenzen, sondern auch der Demenz vom Alzheimer-Typ. Weiter sind die Amyloid-Plaques, die im Gehirn gefunden werden, durch eine Gruppe von Mikrogliazellen umgeben – also von Entzündungszellen im Zentralnervensystem.

Auch die Ernährungsmedizin interferiert stark mit den Demenzerkrankungen – beispielsweise weil eine ausgewogene Ernährung reich an Anti-Oxidantien präventiv gegen kardio-vaskuläre Erkrankungen und gegen die Alzheimer- Demenz wirkt. Im Laufe der Progression einer Demenzerkrankung spielen Ernährungsprobleme immer eine Rolle, bis zu ethischen Fragen der Ernährung – zum Beispiel über eine perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG) – am Ende des Lebens. Rezente Daten betonen auch den engen Zusammenhang mit dem Mikrobiom, gastrointestinalen neuralen Veränderungen und einer weiteren neurodegenerativen Erkrankung, dem M. Parkinson.

„Mens sana in corpore sano“ – etwas plakativ ausgedrückt könnte man sagen: Der Geist folgt dem Körper und nicht umgekehrt, entwicklungsgeschichtlich vielleicht gar nicht so un- gewollt. Auf alle Fälle gilt es, die kollegialen Verflechtungen zwischen Innerer Medizin und Neurologie zu pflegen, gerade in Zeiten großer demographischer Veränderungen. 
Hier spiegelt sich das Leitthema des Kongresses 2018 wider, dass die Innere Medizin die Medizin für den ganzen Menschen darstellen kann und soll. 

Wie oben dargelegt, sind präventive Ansätze zur Vermeidung respektive Verzögerung demen- tieller Erkrankungen von Nöten. Epidemiologische Studien, die Ansätze zur Prävention ganz allgemein eröffnen oder auch Interventionsstudien, die die Umsetzung solcher Ansätze zum Ziel haben, sind auch der Fokus des von der DGIM vergebenen Präventionspreises. Wir freuen uns sehr auf viele interessante Bewerbungen.

In den letzten Presidental News wünschte ich Ihnen viel Sommersonne. Nun kommt die Zeit der „Farbenlehre“ wie auch die der Erntezeit. Kosten Sie von dieser – ja, ich kann es nicht lassen – anti-oxidativen Fülle!

Ihr Cornel C. Sieber, Nürnberg und Regensburg

Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) 2017/2018

Autor: praxis371

Facharzt für Innere und Ästhetische Medizin - Biochemiker

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