Aesthetic Medicine

Die intakte STRATUM CORNEUM Barriere ist wichtige Voraussetzung für einen effizienten UV-Schutz

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In der Prävention von Hautkrebs ist ein guter Sonnenschutz eine tragende Säule. Hautkrebs (Melanome, aktinische Keratosen, Basaliome und Spinaliome) ist aber das Ergebnis einer langjährigen Schädigung der Haut durch exogene Noxen. UV-Schäden induzieren Störungen des Immunsystems und Dysplasien der epidermalen Zellen. Die Entzündungskaskade wird durch Ausschüttung von Matrix-Metalloproteinasen (MMPs) stimuliert und Gen-Transkriptionsfehler treten auf. Dadurch wird der Startschuss für eine maligne Entartung von Hautzellen gelegt. Die Hautschädigung durch UV-Strahlen wird durch eine defekte St. Corneum Barriere und durch chronische Entzündungen der Dermis und Epidermis noch verstärkt. Matrix-Metalloproteinasen bauen Kollagen, Elastin und Glycosaminoglycane ab und stimulieren Transkriptionsfaktoren, die Keratinozyten- und Melanozyten-Dysplasien fördern. Über 70 % der Erwachsenen mit den Fitzpatrick Hauttypen I-III haben eine gestörte Hautbarriere, die sich durch einen erhöhten Transepidermalen Wasserverlust (TEWL) äußert.

Defekte des Stratum corneum mit einer verminderten Barrierefunktion aktivieren chronische Entzündungsprozesse in der Haut. Barriereschäden werden durch Umwelteinflüsse wie Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen, durch Umweltverschmutzung und durch falsche kosmetische Reinigungs- und Hautpflegeprodukte ausgelöst oder verschlimmert. Alkohole, Vitamin A und C, AHAs in Anti-Aging Produkten können Barriereschäden verursachen und chronische Entzündungen auslösen, ebenso wie kosmetische Verfahren wie Microdermabrasion, Microneedling, Fruchtsäure-Peelings, IPL und Laserbehandlungen. Chronische Hauterkrankungen wie Atopische Dermatitis, Rosacea, Akne, Psoriasis, Aktinische Keratosen, Keratosis pilaris, Ichthyosis und Photoaging sind ebenfalls mit einer defekten Barriere und chronischen Hautentzündungen verbunden.

Alle im Anhang der Kosmetikverordnung (KVO) gelisteten UV-Filter binden an die Corneozyten des St. Corneum und an die Lipide der Hautbarriere. Bei einer defekten und gestörten Barrierefunktion sind die Bindungsstellen für UV-Filter reduziert und die Schutzfunktion der Sonnencremes trotz hohem SPF signifikant vermindert.

Hydratation und Transepidermaler Wasserverlust
Moisturizer und Feuchtigkeit sind für die Elastizität und den Stoffwechsel der Haut notwendig, sie reparieren aber nicht das St. Corneum und die Barriere. Für die Restauration einer gestörten Barriere sind spezifische, hauteigene Lipide in ausreichender, therapeutischer Konzentration notwendig. In einer klinischen Studie mit über 100 kommerziellen Feuchtigkeitscremes verbesserten nur 11 Produkte die Barrierefunktion und reduzierten den Transepidermalen Wasserverlust (TEWL).

In der Pharmazie werden seit Jahrzehnten Produkte mit Membranstrukturen und Liposomen als Wirkstofftransporter eingesetzt. In neuesten Forschungen und Entwicklungen der Pharmazie sind verbesserte Systeme für den transdermalen Transport von Medikamenten und Wirkstoffen entwickelt worden. Die Professoren Dr. Cornelia Keck und Dr. Rainer Müller von der Freien Universität Berlin, Institut für technische Pharmazie, Bio-Pharmaceutics und NutriCosmetics entwickelten neue Transportsysteme für die Dermatologie und Kosmetologie: Nanostructured Lipid Carriers (NLC®) und SmartCrystals®.

Diese Lipidnanopartikel (griech. nanos = Zwerg; 1 mm = 1.000.000 nm) bestehen aus hautbiologischen Lipiden, die bei Raumtemperatur fest sind, aber bei Hauttemperatur schmelzen und die eingekapselten hochaktiven Wirkstoffe durch das Stratum corneum in tiefe Hautschichten transportieren. In der Lipidmatrix der NLC® sind oxidationsempfindliche und schwer lösliche Wirkstoffe geschützt und werden mit einem „Retardeffekt“ beim Auftragen auf die Haut verzögert freigegeben. Die Wirkstoffe konzentrieren sich in hoher Konzentration in der Tiefe der Epidermis.

Die NLC®-Lipidnanopartikel schmelzen bei Hauttemperatur und bilden einen dünnen, atmungsaktiven Schutzfilm auf der Haut. Der transepidermale Wasserverlust (TEWL) bei Neurodermitis konnte in klinischen Studien im Vergleich mit konventionellen Cremegrundlagen signifikant reduziert werden. Die Hautebenheit wurde verbessert und die Schutzbarriere repariert.

SmartCrystals® sind nanopartikuläre Transportsysteme für empfindliche und schwer lösliche Wirkstoffe. Die mit hohen Wirkstoffkonzentrationen beladenen Lipid-Kristalle reparieren Defekte in der Hautbarriere und transportieren die Wirkstoffe durch die Lipidbarriere bis zur Basalschicht und den Hautstammzellen. Dort bildet sich ein Depot mit langanhaltender Wirkstofffreisetzung. Die Smart-Crystals® verbinden sich mit der Hornschicht und haften fest auf der Lipidschicht.

Die neuen Transportsysteme NLC® und SmartCrystals® werden neuerdings in dermatologisch-kosmetischen Formulierungen (EDELWEISS®Landsberg – First Class Aesthetic, Berlin) eingesetzt und unterscheiden sich wesentlich von bisher genutzten Cremegrundlagen in der Kosmetik. Die Haut wird mit hauteigenen Lipiden versorgt, und hocheffiziente Wirkstoffe wie Edelweiß-Extrakte, Rutin, Ubichinon und faltenreduzierende Peptide werden mit den transepidermalen Transportsystemen in tiefe Hautschichten geschleust.

NLC® und SmartCrystals® reduzieren den TEWL um fast 90 % nach kompletten Entfernung des Stratum corneum, was für eine fast vollständige Wiederherstellung der Barrierefunktion spricht. Im gleichen Experiment reduzierte 100 % Vaseline den TEWL nur um 43 %.

Daher sollten moderne barriere-reparierende Pflegeprodukte wie NLCs®, SmartCrystals® und Membrane-Cremes unter Sonnenschutzpräparate vor einem Sonnenbad aufgetragen werden.

Für die Prävention von Hauterkrankungen und UV-Schäden sollten wirksame Sonnenschutzpräparate mit geeigneten barriere-verstärkenden und barriere-reparierenden Pflegeprodukten wie beispielsweise EDELWEISS® kombiniert werden, damit UV-Filtern an Corneozyten und Lipide des St. Corneum binden können. Bei Hauterkrankungen und Barrierestörungen sollte 6 Wochen vor einer UV-Exposition mit einer adäquaten Reparatur der Barriere mit geeigneten Pflegepräparaten begonnen werden. Dabei sollte die Wirksamkeit der Pflegeprodukte durch klinische Studien belegt worden sein.

Boswellia        Bild1

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Autor: praxis371

Facharzt für Innere und Ästhetische Medizin - Biochemiker

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