Aesthetic Medicine

Weihrauch – Duft für Götter, Medizin für Menschen

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Weihrauch in der Kosmetik

Die Behandlung von entzündlichen und bösartigen Hauterkrankungen mit Weihrauchextrakten oder mit isolierten Boswelliasäuren und deren Derivaten wurde von HU Jabs erstmals 2005 in Kenntnis der alten ayurvedischen Schriften beschrieben [6, 7].

Atopische Dermatitis, aktinische Keratosen, Psoriasis, Rosacea und andere Hauterkrankungen sind durch Barriereschäden und chronische Entzündungen charakterisiert. Es konnte gezeigt werden, dass nanopartikulär verkapselter Weihrauchextrakt hochwirksam bei entzündlichen Hauterkrankungen ist und eine deutlich faltenglättende Wirkung hat.

Um die Hautschädigung durch hohe Elastaseaktivität hemmen zu können, müssen Wirkstoffe die Schutzbarriere der Haut überwinden und dann in ausreichender Konzentration tiefe Hautschichten erreichen.

Beim Transport von eingekapselten Wirkstoffen ist zwischen Penetration und Permeation zu unterscheiden. Unter Penetration versteht man das Eindringen in die Hornschicht, unter Permeation das Durchdringen der gesamten Haut. Die Hautbarriere wird aus einer für hydrophile Substanzen fast unüberwindbaren Lipidschicht gebildet. Um diese Lipidschicht zu durchdringen, müssen Wirkstoffe in geeignete Transportvehikel wie beispielsweise Liposomen oder Nanopartikel verpackt werden.

Die Hülle von Liposomen besteht aus Phosphatidylcholin-Doppelmembranen (engl. Bilayer), die in der Natur zum Aufbau von Zellmembranen benötigt werden. Nanopartikel haben ebenfalls eine Phosphatidylcholinhülle. Allerdings besteht diese Membran aus einem Monolayer. In Liposomen werden hydrophile, in Nanopartikel lipophile Substanzen verkapselt. Die Vehikelhülle ist nicht nur eine Transportverpackung, sondern enthält wichtige hautregenerierende Wirkstoffe wie mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Cholin, einen Stoff, der zellschützende Funktionen hat.

Phophatidylcholinhaltige Boswellia-Nanopartikel zeigen bei topischer Applikation eine sehr gute Wirksamkeit bei entzündlichen Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Akne, Psoriasis und Dermatitis sowie bei proliferierenden Hauterkrankungen wie aktinischer Keratose [8].

Fazit
Weihrauch wird seit Jahrtausenden nicht nur zu kultischen Zwecken, sondern auch als Heilmittel verwendet. Neueste Forschungsergebnisse zeigten, dass Boswelliasäuren aus Weihrauch vielversprechende Phytopharmaka sind und in topischer und oraler Form besonders gegen Entzündungen wirken. Als Nahrungsergänzung kann Weihrauch unterstützend bei entzündlichen Haut- und Gelenkerkrankungen sowie chronischen Darmerkrankungen eingesetzt und somit die Lebensqualität verbessert werden.

Nicht nur ein Duft für die Götter, sondern auch Medizin für die Menschen.

Literatur
1. Sashwati et al. DNA and Cell Biology (2005) 24 (4), 244-255
2. Glaser T et al. Br J Cancer (1999) 80, 756-765;
3. Winking M et al. J Neurooncol (2000) 46, 97-103
4. Tausch L et al. J Immunol (2009)
5. J Hüsch et al. Fitoterapia (2013) 84, 89-98
6. HU Jabs. Ästhetische Dermatologie (2005) 4, 31-32
7. P Calzavara-Pinton et al. Dermatologic Therapy (2010) 23, 28-32
8. HU Jabs. Ästhetische Dermatologie (2009) 4, 28-33
9. HU Jabs. Ästhetische Dermatologie (2013) 5, 49-53.

Weihrauch und Myrrhe verfügen über eine Vielzahl bioaktiver Inhaltsstoffe, mit deren gesundheitlichen Wirkungen sich die Medizin bis in unsere Tage beschäftigt„, berichtet Dr. Peter Schnabel. Der Allergologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsgruppe „Noxenkatalog-Datenbank“ der TU München hebt hervor: „Erst kürzlich fanden chinesische Wissenschaftler bei einer aktuellen Analyse von Weihrauchölen mit modernen gaschromatographischen Methoden 99 chemisch definierte Substanzen.

Die Untersuchung eines Ölextraktes aus Myrrhe führte zu 76 Bestandteilen, die als Monoterpene, Sesquiterpene, Alkohole und Ester identifiziert wurden. Darunter befanden sich auch mehrere Substanzen, bei denen eine gegen den Krebs wirksame Aktivität vermutet wird“, so der Münchner Mediziner.

Der „Duft der Götter“ entsteht aus dem zähflüssigen Harz des Weihrauchbaumes (Boswellia). Weihrauch gilt seit mehr als 3000 Jahren in der traditionellen indischen Naturheilkunde des Ayurveda als wichtiges Heilmittel. Der traditionelle Einsatz von Weihrauch bei rheumatischer Arthritis, Osteoarthritis oder chronischen Gelenkentzündungen wird von der modernen Weihrauchforschung bestätigt.“

http://www.welt.de/gesundheit/article135378026/Gegen-welche-Krankheiten-Weihrauch-hilft.html

Boswellia

Autor: praxis371

Facharzt für Innere und Ästhetische Medizin - Biochemiker

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