Aesthetic Medicine

Emulgatoren fördern Entzündungen in Haut und Schleimhaut

Hinterlasse einen Kommentar


In Lebensmitteln verwendete Emulgatoren fördern Entzündungen im Darm und könnten darüber zur Entstehung von Erkrankungen wie Colitis ulcerosa, Morbus Crohn oder dem metabolischen Syndrom beitragen. Darauf weisen Untersuchungen mit Mäusen hin, deren Ergebnisse Benoit Chassaing und Andrew Gewirtz von der Georgia State University nun im Fachjournal «Nature» veröffentlicht haben.“ http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=56678.

Die Emulgatoren-Exposition führte dazu, dass die Bakterien der Darmflora näher an die Darmwand herankamen. Der durchschnittliche Abstand zwischen den Mikroben und dem Darmepithelzellen war um die Hälfte verringert im Vergleich zu Kontrolltieren, die keine Emulgatoren erhalten hatten. Außerdem hatte sich die Zusammensetzung der Darmflora verändert: Während die mit positiven Gesundheitseffekten assoziierten Bacteroidales-Stämme zurückgingen, stieg der Anteil an mukolytischen Arten wie Ruminococcus gnavus, berichten die Forscher. Insgesamt nahm der Anteil an Spezies zu, die eine proinflammatorische Wirkung haben.

Als Folge dieser Veränderungen entwickelten die genetisch unauffälligen Tiere eine milde chronische Darmentzündung, Übergewicht und Anzeichen eines metabolischen Syndroms wie Insulinresistenz und Glucose-Intoleranz. Die genetisch veränderten Tiere entwickelten deutlich häufiger eine schwere Darmentzündung, eine ausgeprägte Colitis ulcerosa.

Die Forscher folgern aus ihren Ergebnissen, dass der weitverbreitete Gebrauch von Emulgatoren in Lebensmitteln ein Faktor sein könnte, der an der Zunahme von Adipositas und anderen chronischen inflammatorischen Erkrankungen beiträgt.“

In der Lebensmittelindustrie ist die Verwendung von Gluten als Emulgator eine besondere Gefahr für die Darmschleimhaut. Der Zwergweizen wurde in den letzten 30 Jahren immer gutenreicher gezüchtet. Aus dem Weizenmehl wird Gluten zur Verwendung als Lebensmittelzusatz extrahiert. Parallel zu diesem genetisch veränderten Weizen und der Verwendung von Gluten in Backwaren, Fertigprodukten und anderen Lebensmitteln steigt die Glutenintoleranz mit schweren Darmveränderungen beispielsweise bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa an. In den letzten 20 Jahren wurde eine Zunahme dieser Erkrankungen beobachtet und die Glutenintoleranz mit Darmstörungen stieg von ca. 2-3 % auf nunmehr bis zu 75 % an.

Gluten irritiert den Insulinrezeptor und ist für Fettsucht und das metabolische Syndrom verantwortlich.

Emulgatoren sind Hilfsstoffe, die dazu dienen, zwei nicht miteinander mischbare Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Öl und zu einem fein verteilten Gemisch, der sogenannten Emulsion, zu vermengen und zu stabilisieren. Ähnliches gilt für die Aufmischung von festen, nicht löslichen Stoffen in einer Flüssigkeit, um eine sogenannte Suspension zu stabilisieren. Die häufig auch als Tenside bezeichneten Hilfsstoffe finden eine breite Anwendung in Pharmazie, Lebensmitteltechnologie als Lebensmittelzusatzstoffe, Ölindustrie, im Haushalt (in Reinigungsmitteln und Wasserlacken), in der Kosmetik und zahlreichen großindustriellen Anwendungen (Wikipedia)“.

In der Kosmetik werden Emulgatoren zur Herstellung einer Creme aus einer wässrigen und einer öligen Phase verwendet. Wasser und Öl sind nicht mischbar. Emulgatoren sind Substanzen, die ein wasserliebendes und ein fettliebendes Ende haben. Sie verbinden beide Phasen zu einer Emulsion.

Durch das Eincremen gelangen Emulgatoren aus kosmetischen Präparaten in den Hydrolipidfilm und in die Schutzbarriere der Haut. Beim nächsten Kontakt mit Wasser beim Baden oder Duschen, werden die Lipide der Schutzbarriere mit dem Duschwasser emulgiert und herausgelöst. Durch diesen „Washouteffekt“ kann die Schutzbarriere nachhaltig geschädigt und chronische Hauterkrankungen verursacht werden.

Die bessere Alternative zu synthetischen Emulgatoren sind hauteigene Phospholipide wie Phosphatidylcholin (PC) und Ceramide in Liposomen und Membrancremes. Phospholipide haben barrierestärkende Eigenschaften und werden auch als Emulgatoren in Lebensmittel eingesetzt.

emulgator Emulgatoren

Autor: praxis371

Facharzt für Innere und Ästhetische Medizin - Biochemiker

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s