Aesthetic Medicine

Telomere – Hype in der Kosmetik oder ultimatives Anti-Aging???

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Als biologische Uhr gehypt, sind Telomere Kappen auf den Enden der Chromosomen, der Erbsubstanz in jeder Körperzelle. Die Telomere werden bei jeder Zellteilung verkürzt, so dass eine begrenzte Zahl der Zellteilungen vorbestimmt ist, danach erfolgt der programmierte Zelltod, – auch bei den Stammzellen der Haut im St. basale. Die Länge der Telomere wird durch Telomerasen bestimmt, Enzyme, die bei erniedrigter oder fehlender Konzentration zu einer vorzeitigen Alterung der Haut führen.

Nun werden bestimmte kosmetische Wirkstoffe beworben, die angeblich die Zellalterung aufhalten sollen. Die Werbung suggeriert, dass durch kosmetische Cremes tatsächlich die Erbsubstanz in den Stammzellen der Haut vor Alterung geschützt wird. Ein Blick in die Kosmetikverordnung verweist diese Werbeaussagen in die Welt der Märchen. Kosmetische Cremes müssen erst einmal die Barriereschicht überwinden, dann durch 5 Hautschichten wandern, dann die Zellmembran der Stammzellen überwinden, um dann in die Zelle einzudringen und dort in ausreichender Konzentration die Telomerase hemmen. Ein Anspruch, den selbst hochwirksame Medikamente nicht leisten können.

Mit jeder Zellteilung werden die Telomere verkürzt, da die DNA-Polymerase am Folgestrang nicht mehr ansetzen kann. Unterschreitet die Telomerlänge ein kritisches Minimum von circa 4 kbp, kann sich die Zelle nicht mehr weiter teilen. Oft tritt dann der programmierte Zelltod (Apoptose) oder ein permanenter Wachstumsstopp ein (Seneszenz). Die hierdurch entstehende Begrenzung der zellulären Lebenszeit wird als Tumorsuppressor-Mechanismus verstanden.

Das Enzym Telomerase (ein RNA-Protein-Komplex mit einer reverse-Transkriptase-Aktivität) kann die Verkürzung wieder ausgleichen. Dazu fügt sie an das 3′-OH-Ende G-reiche Wiederholungseinheiten an, deren RNA-Vorlage sich in der Telomerase selbst befindet. Danach klappt der Leitstrang um und bildet mit sich selbst abnormale GG-Basenpaarungen aus. Von diesem Punkt aus können die RNA-Primase und die DNA-Polymerase den Folgestrang (auch Rückwärtsstrang oder diskontinuierlicher Strang genannt) auffüllen. Zellen, in denen dieses Enzym aktiv ist, können sich sehr viel häufiger teilen als andere Körperzellen.

Aktiv ist die Telomerase prinzipiell bei einzelligen Eukaryoten (Protozoen), bei höheren mehrzelligen Organismen jedoch nur in ganz bestimmten Zellen:
in den Zellen der Keimbahn,
in Zellen, die sich sehr häufig teilen müssen, wie den Stammzellen (z. B. Knochenmarkstammzellen) oder den Immunzellen. sowie in bis zu 94 % aller proliferierenden Krebszellen. (Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Telomer)

Autor: praxis371

Facharzt für Innere und Ästhetische Medizin - Biochemiker

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